November 20, 2017

Artikelreihe Udhr bil Jahl – Unwissenheit als Entschuldigungsgrund (2): Unwissenheit im Asl ud-Dīn Antwort auf den Prediger al-Kuwaytī

Artikelreihe Udhr bil Jahl – Unwissenheit als Entschuldigungsgrund (2): Unwissenheit im Asl ud-Dīn Antwort auf den Prediger al-Kuwaytī 

Behandelt wird folgender Hadīth:

Imām Bukhārī überliefert und sagt: „Mir berichtet Abdullāh ibn Muhammad, uns berichtete Hīšām, und berichtete Mu’ammar von Zuhrī von Humayd ibn abd ar-Rahmān von Abī Hurayrah, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, dass der Gesandte Allāhs ﷺ sagte:

كَانَ رَجُلٌ يُسْرِفُ عَلَى نَفْسِهِ فَلَمَّا حَضَرَهُ الْمَوْتُ قَالَ لِبَنِيهِ إِذَا أَنَا مُتُّ فَأَحْرِقُونِي ثُمَّ اطْحَنُونِي ثُمَّ ذَرُّونِي فِي الرِّيحِ فَوَاللَّهِ لَئِنْ قَدَرَ عَلَيَّ رَبِّي لَيُعَذِّبَنِّي عَذَابًا مَا عَذَّبَهُ أَحَدًا فَلَمَّا مَاتَ فُعِلَ بِهِ ذَلِكَ فَأَمَرَ اللَّهُ الْأَرْضَ فَقَالَ اجْمَعِي مَا فِيكِ مِنْهُ فَفَعَلَتْ فَإِذَا هُوَ قَائِمٌ فَقَالَ مَا حَمَلَكَ عَلَى مَا صَنَعْتَ قَالَ يَا رَبِّ خَشْيَتُكَ فَغَفَرَ لَهُ

„Ein Mann verging sich an sich selbst [durch Sünden]. Als dann der Tod näher rückte, sagte er zu seinen Söhnen: „Wenn ich sterbe, dann verbrennt meinen Leichnam, dann pulverisiert mich und zerstreut meine Überreste dann im Wind, denn bei Allāh wenn mein Herr fähig über mich ist, dann wird er mich so bestrafen, wie er noch nie jemanden zuvor bestraft hat. Als er dann starb, haben sie [die Söhne] das gemacht was er sagte. Dann befahl Allāh [der zu allem Fähige] der Erde: „Sammle auf was in dir ist!“ Sie [die Erde] machte es und als er [der Mann] wieder [zusammengesetzt] stand, sagte Er [der Erhabene]: „Was veranlasste dich so zu handeln?“ Er sagte: „Oh Herr! Die Furcht vor dir!“ So vergab ihm Allāh.“

[Bukhārī, Jamī as-Sahīh, Nr. 3294]

Meinung der Madh’hab (Aqida-Schule) der Ahlul Hadīth:

Šaykh al-Islām ibn Taymīyah [rahimahullāh] sagte:

وقد ثبت في الصحاح عن النبي صلى الله عليه و سلم حديث الذي قال لاهله؛ إذا أنامت فاحرقوني، ثم اسحقوني، ثم ذروني في اليم، فوالله لئن قدر الله ليعذبني الله عذاباً ما عذابه أحدً من العلمين. فأمر الله البر برد ما أخذ منه، و البحر برد ما أخذ منه، و قال (عز و جل)؛ ما حملك على ما صنعت؟ قال؛ حشيتك يا ربّ، فغفر الله له٠

„Es ist aus den authentischen Werken [Bukhārī, Muslim] bewiesen, von dem Propheten ﷺ aus dem Hadīth in welchem [der Mann] zu seiner Familie sagte: „Wenn ich sterbe, dann verbrennt meinen Leichnam, dann stampft meine Asche [auf dem Land] und zerstreut sie aufs Meer, denn bei Allāh, wenn Allāh fähig ist, dann wird er mich so bestrafen, wie er noch nie jemanden zuvor bestraft hat von seinen Geschöpfen.“ Dann befahl Allāh [der zu allem Fähige] der Erde, dass sie herausrückt was auf ihr ist, und dem Meer, dass sie herausrückt was auf ihr ist [und setzt den Mann wieder zusammen] und Er [der Erhabene] sagt: „Was veranlasste dich so zu handeln?“ Er sagte: „Die Furcht vor dir, oh Herr!“ So vergab ihm Allāh.“

Jetzt wichtig wie ibn Taymīyah diesen Hadīth kommentiert:

فهذا شك في قدرة الله (!!!) و في المعاد (!!!) بل ظن انَّه لا يعود، و انَّه لا يقدر الله عليه إذا فعل ذلك فغفر له، و هذه المسائل مبسوطة في غير هذا الموضع

„Und dies ist Zweifel in der Macht Allāhs [!!!] und in der Widerauferstehung [!!!]. Vielmehr dachte er, dass er nicht auferweckt wird, und er dachte, dass Allāh nicht fähig ist über ihn, deswegen handelte er so. Und diese Angelegenheiten haben wir genügend erwähnt auch an anderen stellen.“

[Ibn Taymīyah, Majmū al-Fatāwatul Kubrā, 23/347]

So hat es ibn Taymīyah verstanden, dies ist eine isolierte Meinung welche mit ihm ibn al-Qayyim und ibn Hazm und noch einige andere hatten und der Hadīth wurde von der Mehrheit der Gelehrten nicht so verstanden wie der geehrte Šaykh ibn Taymīyah [rahimahullāh] es verstand. Dennoch hat keiner ihn deswegen zu einem Ungläubigen erklärt. Wehe ! Er war ein großer Gelehrte der Muslime!

Hier an dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen „WARUM ibn Taymīyah es so verstanden hat ?“ Es hat einen wichtigen Grund. Das gesamte Kapitel in dem er diesen Hadīth erwähnt, geht nur darum, dass er sagt, dass es in den Fundamenten [Usūl ud-Dīn] ebenfalls Entschuldigung gibt, wie auch in den Zweigen [Furū ud-Dīn]. Vielmehr sagt er, dass es gar keinen Unterschied gibt und die ersten, die es [den Unterschied] machten, die Mu’tazila waren und die Ašā’irah es dann von ihnen adaptiert haben. Aber wir schauen was er selber sagt, bevor er überhaupt diese Geschichte erwähnt. Genau davor, bevor er das oben Erwähnte erwähnt, damit man auch den Kontext sieht, sagt er:

وامَّا التفريق بين نوع وتسميته مسائل الأصول و بين النوع آخر و تسميته مسائل الفروع فهذا الفرق ليس له أصلٌ، لا عن الصّحابت ولا عن ولا عن تابعين لهم بإحسان و لا أئمة الإسلام و إنَّما هو مأخودٌ عن المعتزلة و أمثالِهِم من أهل البدع
وعنهم و أنهم تلقّاه من ذكره من الفقهاء في في كتبهم وهو تفريقٌ متناقدٌ فإنَّه يقول لمن فَرَقَ بين النوعين؛ ما حدّ مسائل الأصول التي يكفرُ المخطى فيها، وما الفاصلُ بينها و بين مسائل الفروع؟ فإن قال؛ مسائل الأصول هي مسائل الإعتقاد و مسائل الفروع هي مسائل العمل، قيل له؛ فتنازع الناس في محمد ﷺ على رأى ربَّه أم لا، و في أن عثمان أفضل من علي أم علي أفضل، و في كثير من معاني القرآن و تصحيح بعض الحديث هي من مسائل الإعتقاديّة العلميّة و لا كفرَ فيها بالإتّفاق

ووجوبُ الصّْلاةِ و الزَّكاةِ و الصِّيامِ و الحجِّ و التحريم و الفواحش و الخمر هي مسائل العمليّة و المنكرُ لَهَا يَكْفُرُ بالإتِّفاق، و إن قال الأصولُ؛ هي المسائل القطعيةُ قيل لا؛ كثير من مسائل العمل قطعية و كثير من مسائل العلم ليست قطعية وكون المسائلة قطعية أو ظنية هو من الأمور الإضافية وقد تكون المسألة عند رجل قطعية لظهور الدليل القاطع له كمن سمع النس من رسول الله ﷺ وتيقن مراده منه، و عند رجل لا تكون ظنِّيَّةً فضلًا عن أن تكون قطعية لعدم بلوغِ النس إياه أو لعدمِ ثبوته عنده أو لعدمِ تمكُّنه من العلم بدلالته٠

„Und jedoch, was das Unterscheiden zwischen einer Sache und ihrer Klassifizierung als Fundament [Asl] und einer anderen Sache und ihrer Klassifizierung als Zweig [Furū] angeht, so ist dies etwas, das keine Wurzeln hat, weder bei den Gefährten, noch bei jenen, die ihnen im Guten Folge leisteten und auch nicht bei den Gelehrten des Islāms.
In Wirklichkeit ist dies lediglich von den Mu’tazila und ihnen ähnelnden Leuten der Erneuerung übernommen. Und von ihnen haben es auch die Fuqaha [gemeint sind hier die Aš’ārīs] genommen, die darüber in ihren Büchern sprechen.
Diese Unterscheidung ist widersprüchlich. Jenen, die diese Unterscheidung machen, sagt man:

„Wo befindet sich die Grenze der Angelegenheiten des Fundaments in denen derjenige, der einen Fehler macht, Unglaube begeht und Wo liegt der Unterschied zwischen den Angelegenheiten des Fundaments und der Angelegenheiten der Zweigthemen?“

Wenn er einwenden sollte, dass die Angelegenheiten des Fundaments die Glaubensangelegenheiten und die Zweigthemen die Taten betreffen, so sagt man ihm:

„Die Menschen hatten viele Meinungsverschiedenheiten darüber ob Muhammad ﷺ seinen Herren gesehen oder nicht oder dass Uthmān vorzüglicher ist als ‚Alī oder ‚Alī vorzüglicher als Uthmān und über [die verschiedenen] Bedeutungen des Qur’āns und im als authentisch klassifizieren einiger Hadīthe.

Dies alles gehört zu den fundamentalen Wissensfragen. Trotzdem sind sie sich alle einig, dass diese Meinungsverschiedenheiten kein Unglaube sind.

Andererseits sind die Verpflichtungen des Gebets, der Pflichtsteuer für die Armen, der Pilgerfahrt [nach Mekka] sowie das Verbot der Unzüchtigkeit und des Alkohols zwar Angelegenheiten der Handlungen, dennoch wer hier anderer Meinung ist, begeht Unglaube im Konsens der Muslime.

Wenn er nun sagt: „Die Angelegenheiten des Fundaments sind jene, die absolut gefestigt sind.“ Dann wird geantwortet: „Viele der Fragen der Taten sind absolut gefestigt und viele der Angelegenheiten des Fundaments sind nicht absolut gefestigt. Ob eine Sache gefestigt ist oder nicht, gehört nicht zu den fundamentalen, sondern zu den zusätzlichen Angelegenheiten. Denn so manche Frage ist bei einem Mann eventuell absolut sicher auf Grund des klaren Beweises, den er gefunden hat. So wie derjenige, der vom Propheten selbst gehört hat und sich der Bedeutung der Aussage sicher ist. Bei einem anderen Mann ist dieselbe Frage nicht deutlich oder feststehend, geschweige denn absolut gefestigt. Dies, aufgrund des Fehlens des Beweises oder seiner Unsicherheit über dessen Authentizität oder weil es ihm nicht möglich war, das Wissen über die richtige Bedeutung des Beweises zu bekommen.“

Und direkt danach bringt Ibn Taymīyah die Geschichte, die ganz am Anfang erwähnt wurde. Worum es uns hier in erster Linie geht, ist es aufzuzeigen, dass ibn Taymīyah in ALLEM eine mögliche Unwissenheit sieht und er hat gezeigt bis wohin das reicht, indem er den Hadīth von dem erwähnten Mann bringt.

Der Grund warum Imām ibn Taymīyah dies so auslegen MUSS ist der, dass er einer Madh’hab der Salaf folgt, welche „ahlul Hadīth/ahlul Naql“ heißt, welche Beweise nur in Textform akzeptieren und der Verstand hat in diesem Zusammenhang keine Beweiskraft wohingegen die Gegenpartei bestimmte Dinge an den Verstand bindet.

Ibn Taymīyah sagt:

أنَّ هَذَا الْقَوْلَ لَوْ فُرِضَ أنَّهُ حَقٌّ مَعْلُوْمٌ بِالْعَقْلِ، لَمْ يَجِبْ إعْتِقَادُهُ بِمُجَرَّدِ ذَلِكَ إذ وُجُوْبُ إعْتِقَادِ شَيءٍ مُعَيِّن ِ لَا يَثْبُتُ إلَّا بِالْشَّرْعِ بِلَا نِزَاعٍ

„Selbst wenn wir also annehmen, dass diese Aussage, eine [leicht] erkennbare Wahrheit ist welche mit den Verstand erkannt werden kann, so ist es immernoch nicht verpflichtend daran zu glauben. Dies ist so, weil die Pflicht an eine Sache zu Glauben durch nichts anderes festgelegt wird, als durch die
Quellen der Šarī’a und dies ist unanfechtbar…“

Weiter sagt er:

فَلَا يَجِبُ التّكْلِيْفُ بِمُجَبِهَا لِجَمِيْعِ الْمُؤْمِنِين َ، وَلَوْ كَاْنَتْ عَقْلِيَّةً مَعْلْوْمَةً بِأدْنَى نَظَرٍ لَمْ يَجِبْ فِيْ كُلِّ مَا كَاْنَ كَذَلِكَ أنْ يَكُوْنَ إعْتِقَادُهُ وَاجِبًاعَلَى كُلِّ الْمُؤْمِنِيْن َ ، مِثْلُ كَثِيْرٍمِنْ مَسايلِ الْحِسَابِ و الطِّبِّ وَالْهيأةِ وَغَيْرِ ذَلِكَ

Es ist also nicht erlaubt, aus dieser Sache schlussfolgernd zu sagen, dass es verpflichtend ist für die gesamten Gläubigen daran zu glauben, selbst dann, wenn es eine Sache ist, die mit den einfachsten Denkaufwand verstanden werden kann. Es ist nicht zwingend notwendig… Für jeden Gläubigen daran zu glauben, so wie es auch bei vielen Thematiken der Mathematik, der Medizin, Astronomie und weiteren Thematiken ist.“

[Ibn Taymīyah, Majmū al-Fatāwatul Kubrā, 4/95]

Wie gesagt, diese Methodik kommt von einer Schule der Salaf welche „Ahlul Nass“ genannt wurde.

Imām La’laka’ī [rahimahullāh gest. 418 n.H.] gibt es wie folgt wieder:

سياف ما يدل من كتاب الله عز و جل وما روي عن رسول الله ﷺ على أن وجوب معرفة الله تعلى وصفاته بالسمع لا بالعقل (…) قال تبارك و تعلى؛ أتبع ما أوحي إليك من ربُّك لا اله إلّا هو وأعرض عن المشركين ؛ وقال تبارك و تعلى؛ وما أرسلنا من قبلك من رسول ألا نوحي إليه أنه لا اله إلّا أنا فاعبدون، فأخبر الله ببيه ﷺ في هذه الآية عن بالسمع و الوحي عرف الأنبياء قبله التوحيد،

Kapitel: Die Erwähnung dessen, was vom Buch Allāhs und den Überlieferungen des Gesandten Allāhs ﷺ darauf weist, dass die Erkenntnis Allāhs und Seiner Eigenschaften durch die Offenbarung [Qur’ān, Sunnah] zur Pflicht wird und nicht durch den Verstand:

[…]“Allāh [azza‘ wa jalla‘] sagt:
„Folge dem was dir eingegeben wurde von deinem Herrn…“
Ebenso sagt Allāh, gesegnet sei Er:  „Und wir haben vor dir keinen Gesandten gesendet, ohne dass wir ihm nicht eingegeben hätten, dass es keinen Gott außer Mir gibt, so betet Mich an.“
Allāh ﷺ berichtet also Seinem Gesandten in diesem Vers, dass die Gesandten vor ihm, den Monotheismus durch Eingebung erfuhren [und nicht durch den Verstand].“

[La’laka’ī, Šarh Usūl il-I’tiqād ahl us-Sunnah wa al-Jamā’a]

Imām ibn Qutaybah [rahimahullāh] ebenfalls ein Imām der Ahlul Hadīth sagte über selbiges Thema:

قد يغلط في بعض الصفات قوم من المسلمين فلا يكفرون بذلك

„In manchen Eigenschaften [Allāhs] haben Völker der Muslime Fehler begangen, jedoch erklärt man sie deswegen nicht zu Ungläubigen.“

[Ibn Hajjar, Fath ul-Bārī]

Imām Šams ud-Dīn ibn al-Qayyim [rahimahullāh] sagte:

وَأَمَّا جَحْدُ ذَلِكَ جَهْلًا ، أَوْ تَأْوِيلًا يُعْذَرُ فِيهِ صَاحِبُهُ فَلَا يُكَفَّرُ صَاحِبُهُ بِهِ ، كَحَدِيثِ الَّذِي جَحَدَ قُدْرَةَ اللَّهِ عَلَيْهِ وَأَمَرَ أَهْلَهُ أَنْ يَحْرِقُوهُ وَيَذْرُوهُ فِي الرِّيحِ ، وَمَعَ هَذَا فَقَدْ غَفَرَ اللَّهُ لَهُ ، وَرَحِمَهُ لِجَهْلِهِ ، إِذْ كَانَ ذَلِكَ الَّذِي فَعَلَهُ مَبْلَغَ عِلْمِهِ ، وَلَمْ يَجْحَدْ قُدْرَةَ اللَّهِ عَلَى إِعَادَتِهِ عِنَادًا أَوْ تَكْذِيبًا

„Was jedoch das Leugen angeht, so ist dies aus Unwissenheit oder einer Interpretation welche entschuldigt wird, und derjenige, der dies tut wird nicht als Kafir bezeichnet wie in dem Hadith in dem Allāhs Macht geleugnet wurde und er seiner Familie befahl ihn zu verbrennen und ihn zu verstreuen und trotz dieser Unwissenheit vergab Allāh ihm und erbarmte sich ihm, denn das was er tat, tat er aus seinem Wissen heraus und nicht in der Leugnung der Macht Allahs, weder aus Sturrheit noch aus Lüge [gegenüber Allāh].“

[ibn al-Qayyim; Madārij as-Sālikīn, 1/348]

Ibn Mulfih der Schüler von Ibn Taymīyah [rahimullāh anhuma] sagte in seinem Hanbalī Meisterwerk „Al-Furū'“ folgendes im Kapitel „die Abtrünnigkeit“:

بَابُ حُكْمِ الْمُرْتَدِّ مَنْ كَفَرَ طَوْعًا وَلَوْ هَازِلًا بَعْدَ إسْلَامِهِ ، قِيلَ : طَوْعًا ، وَقِيلَ : وَكَرْهًا وَالْأَصَحُّ بِحَقٍّ ( م 1 ) فَمُرْتَدٌّ ، بِأَنْ أَشْرَكَ بِاَللَّهِ تَعَالَى أَوْ جَحَدَ صِفَةً قَالَ فِي الْفُصُولِ : مُتَّفَقًا عَلَى إثْبَاتِهَا ، أَوْ بَعْضِ كُتُبِهِ ، أَوْ رُسُلِهِ ، أَوْ سَبَّهُ ، أَوْ رَسُولَهُ ، أَوْ ادَّعَى النُّبُوَّةَ . قَالَ شَيْخُنَا : أَوْ كَانَ مُبْغِضًا لِرَسُولِهِ وَلِمَا جَاءَ بِهِ اتِّفَاقًا
وَقَالَ : أَوْ تَرَكَ إنْكَارَ مُنْكَرٍ بِقَلْبِهِ ، أَوْ جَحَدَ حُكْمًا ظَاهِرًا مُجْمَعًا عَلَيْهِ ، كَعِبَادَةٍ مِنْ الْخَمْسِ ، أَوْ تَحْرِيمِ خَمْرٍ وَنَحْوِهِ ، أَوْ شَكَّ فِيهِ وَمِثْلُهُ لَا يَجْهَلُهُ . قَالَ شَيْخُنَا : وَلِهَذَا لَمْ يُكَفِّرْ بِهِ النَّبِيُّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ الرَّجُلَ الشَّاكَّ فِي قُدْرَةِ اللَّهِ وَإِعَادَتِهِ ، لِأَنَّهُ لَا يَكُونُ إلَّا بَعْدَ بَلَاغِ الرِّسَالَةِ ، وَأَنَّ مِنْهُ قَوْلَ عَائِشَةَ { : يَا رَسُولَ اللَّهِ مَهْمَا يَكْتُمُ النَّاسُ يَعْلَمُهُ اللَّهُ ؟ قَالَ نَعَمْ } رَوَاهُ مُسْلِمٌ فِي الْجَنَائِزِ وَفِي أُصُولِ مُسْلِمٍ بِحَذْفِ “ قَالَ “ ، قَالَ فِي شَرْحِ مُسْلِمٍ كَأَنَّهَا لَمَّا قَالَتْ ذَلِكَ صَدَّقَتْ نَفْسَهَا فَقَالَتْ : نَعَمْ

„Kapitel Urteil des Abtrünnigen, wer Kufr begeht, ob freiwillig oder aus Spaß, nachdem er den Islām angenommen hat.

Manche sagten: „freiwillig.“ Und manche sagten: „auch wenn man gezwungen wird.“ Und richtig ist ersteres. Der Abtrünnige ist jemand, der Allāh jemanden beigesellt oder ein Attribut leugnet. In al-Fusūl wird erwähnt, dass es zur Übereinstimmung gekommen ist, dass jemand abtrünnig wird, der etwas von den klaren Beweisen ablehnt, oder eines Seiner Bücher oder Seiner Gesandten. Ihn oder Seinen Gesandten zu verfluchen oder [die Abtrünnigkeit] trifft auch ein, wenn man für sich die Prophetenschaft beansprucht.

Unser Šaykh [Ibn Taymīyah] sagte: „Oder Seinem Propheten Hass entgegenzubringen und dem womit er gekommen ist, worüber Übereinstimmung herrscht.“
Und er [Ibn Taymīyah] sagte: „Es [Apostasie] tritt auch ein, wenn man behauptet, dass man das Böse in dem Herzen eines selbst nicht hasst. Dass man eine klare Regel ablehnt über die es Übereinstimmung gibt; wie die fünf täglichen Gebete, oder dem Verbot des Aufnehmen von Berauschendem und dergleichen. Oder Jemand der an alldem zweifelt und nicht unwissend über die Thematiken ist.
Unser Šaykh [Ibn Taymīyah] sagte: „Aus diesem Grund hat der Prophet ﷺ den Mann, der an der Macht Allāhs und Seiner Fähigkeiten ihn wiederzuerwecken zweifelte, nicht den Unglauben zugeschrieben , dies weil die Botschaft ihn nicht erreichte. Außerdem die Aussage von Ā’iša [radī Allāhu anha]: „Was auch immer die Menschen verbergen, Allah weiß es?“ Er ﷺ sagte: „Ja.“ Überliefert von Muslim [in seinem Sahīh] im Kapitel „Beerdigungen“. [Bei] Imām Muslim ist das Wort „Er ﷺ sagte“ nicht verzeichnet. Es wurde gesagt [von Imām Nawawī] in Šarh Sahīh Muslim das es so ist, dass Ā’iša es ist, die „Ja“ sagt, und es ist eine rhetorische Frage.“

[Ibn Muflih, Kitāb al-Furū‘, 6/156-157]

Hieraus entnimmt man, dass die Ahlul Nass alles vom Text abhängig machen, egal ob Asl ud-Dīn [Fundament] oder Furū‘ ud-Dīn [Zweig]. Dies ist die Madh’hab von Ibn Hazm, Ibn Taymīyah, Ibn al-Qayyim und vielen anderen von den rechtschaffenen Vorgängern.

Meiung der Madh’ab (Aqida-Schule) der ahl al-Kalām:

Dies ist die Madh’hab der Mehrheit der Gelehrten inklusive Abū Hanīfa, Bayhaqī, Abū al-Hassan al-Aš’ārī, Abū Bakr al-Baqilānī, Abū Bakr Ibn Fūrak, an-Nawawī, ibn al-Jawzī, Šaykh al-Islam Zayn ud-Dīn al-Irāqī. Qurtubī, Qastalānī und ebenfalls die Khawārij inklusive dem Prediger mit dem Pseudonym „Abu Umar al-Kuwaytī“ jedoch haben sie [Khawārij] natürlich eine radikale Auslegung davon.

Jetzt schauen wir mal sicherheitshalber wie die Theologische Schule der Aš’āriah und ihre Gelehrten den selbigen Hadīth auslegten und ihr werdet sehen, dass der besagte Prediger mit dem Pseudonym „Abū Umar al-Kuwayti“ mehr Aš’ārī war, als er sich gewünscht hätte. Und für uns persönlich, da es kein blindes befolgen gibt in Aqīda, ist diese Auslegung die richtige, die jetzt angeführt wird:

Imām Ibn Fūrak:

Imām Dhahabī sagt über ihn:

الإمام العلامة الصالح، شيخ المتكلّمين، أبو بكر محمد بن الحسن بن الفورك الأصبعاني

„Der Imām, der rechtschaffene Großgelehrte, Šaykh ul-Mutakallimīn [Gelehrte des Ilm al-Kalām] Abū Bakr Muhammad ibn al-Hassan ibn al-Fūrak al-Asbahānī…“

Weiter unten sagt Dhahabī:

قلت؛ كان أشعرياً، رأسا في فن الكلام، أخذ (أي؛ علم الكلام) عن أبي الحسن البهالي صاحب الأشعري

„Ich sage: Er war ein Aš’ārī, eine Koryphäe in der Kunst des Kalāms, er nahm sein Wissen von Abī al-Hassan al-Bahālī dem Gefährten von [Abū al-Hassan] al-Aš’ārī.“

[Dhahabī, Siyar a’lām an-Nubalā, 17/215]

1. Die Koryphäe der Mutakallimīn Ibn Fūrak [rahimahullāh] legte den selbigen oben erwähnten Hadīth folgendermaßen aus:

ولما قيل في الخبر؛ •إن الله تعلى يغفر له• وقد علم أنه لا يغفر للكافرين، وجب أن يحمل لفظه على تأويل صحيح لا ينافق المعرفة بالله، ولا يؤدي إلى الكفر

„Und was gesagt wurde in dem Bericht [ist]: “ Wahrlich Allāh, der Erhabene, vergab ihm.“ Und wir wissen, dass er den Ungläubigen [al-Kāfirīn] nicht vergibt, so ist es verpflichtend für uns diesen Wortlaut so auszulegen, sodass [erkenntlich wird das] er die [verpflichtende] Erkenntnis Allāhs nicht verneint, und die nicht zum Unglaube führt[…]“

[Ibn Fūrak, Muškil ul-Hadīth, S.300]

Abū al-Abbās Diyā ud-Dīn al-Qurtubī al-Mālikī [rahimahullāh gest. 656 n.H.] sagte:

وَ لَا يختلف المسلمون أن من جهل أو شك في كون الباري تعالى علما به، و قادرًا على إعادته كافر حلال الدم في الدنيا، مخلد في النار في الآخرة، لان ذلك معلوم من الشرع بالضرورة، و جحده أو الشك فيه تكذيب الرسول ﷺ قطعاً

„Und es gibt keine Meinungsverschiedenheiten, dass derjenige, der unwissend darüber ist oder Zweifel hat darüber, dass al-Bārī [Allāh] wissend über ihn ist und mächtig darüber ihn wiederzuerwecken ein Ungläubiger ist, dessen Blut erlaubt ist in dieser Dunyā, und der in das Feuer eingehen wird im Jenseits. Dies ist so, weil es von den ersichtlichen Dingen der Šarī’a ist, welche notwendig sind. Das Leugnen oder das Zweifeln über diese Sache ist ein Lügen über den Propheten ﷺ mit Sicherheit.“

[Abū al-Abbās al-Qurtubī, Al-Mufhim, 70]

Šaykh al-Islām ibn Hajjar al-Asqalānī [rahimahullāh] überliefert den Hadīth wie folgt in seinem Meisterwerk Fath ul-Bārī:

حَدَّثَنِي عَبْدُ اللَّهِ بْنُ مُحَمَّدٍ حَدَّثَنَا هِشَامٌ أَخْبَرَنَا مَعْمَرٌ عَنْ الزُّهْرِيِّ عَنْ حُمَيْدِ بْنِ عَبْدِ الرَّحْمَنِ عَنْ أَبِي هُرَيْرَةَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ عَنْ النَّبِيِّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ قَالَ

Imām Bukhārī überliefert und sagt: „Mir berichtet Abdullāh ibn Muhammad, uns berichtete Hīšām, und berichtete Mu’ammar von Zuhrī von Humayd ibn abd ar-Rahmān von Abī Hurayrah, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, dass der Gesandte Allāhs ﷺ sagte:

كَانَ رَجُلٌ يُسْرِفُ عَلَى نَفْسِهِ فَلَمَّا حَضَرَهُ الْمَوْتُ قَالَ لِبَنِيهِ إِذَا أَنَا مُتُّ فَأَحْرِقُونِي ثُمَّ اطْحَنُونِي ثُمَّ ذَرُّونِي فِي الرِّيحِ فَوَاللَّهِ لَئِنْ قَدَرَ عَلَيَّ رَبِّي لَيُعَذِّبَنِّي عَذَابًا مَا عَذَّبَهُ أَحَدًا فَلَمَّا مَاتَ فُعِلَ بِهِ ذَلِكَ فَأَمَرَ اللَّهُ الْأَرْضَ فَقَالَ اجْمَعِي مَا فِيكِ مِنْهُ فَفَعَلَتْ فَإِذَا هُوَ قَائِمٌ فَقَالَ مَا حَمَلَكَ عَلَى مَا صَنَعْتَ قَالَ يَا رَبِّ خَشْيَتُكَ فَغَفَرَ لَهُ

„Ein Mann verging sich an sich selbst [durch Sünden]. Als dann der Tod näher rückte sagte er zu seinen Söhnen: „Wenn ich sterbe, dann verbrennt meinen Leichnam, dann pulverisiert mich und zerstreut meine Überreste dann im Wind, denn bei Allāh wenn mein Herr fähig über mich ist, dann wird er mich so bestrafen, wie er noch nie jemanden zuvor bestraft hat. Als er dann starb, haben sie [die Söhne] das gemacht was er sagte. Dann befahl Allāh [der zu allem Fähige] der Erde: „Sammle auf auf was in dir ist!“ Sie [die Erde] machte es und als er [der Mann] wieder [zusammengesetzt] stand, sagte Er [der Erhabene]: „Was veranlasste dich so zu handeln?“ Er sagte: „Oh Herr! Die Furcht vor dir!“ So vergab ihm Allāh.“

[Bukhārī, Jamī as-Sahīh, Nr. 3294]

Ibn Hajjar bringt die verschiedenen Kommentare der Ašā’irah Gelehrten:

قال الخطابي : قد يستشكل هذا فيقال كيف يغفر له وهو منكر للبعث والقدرة على إحياء الموتى والجواب أنه لم ينكر البعث وإنما جهل فظن أنه إذا فعل به ذلك لا يعاد فلا يعذب ، وقد ظهر إيمانه باعترافه بأنه إنما فعل ذلك من خشية الله

2.“al-Khaṭṭābī sagte: „Dies könnte problematisch zu verstehen sein und es könnte eingewendet werden: „Wie kann Er ihm vergeben, wo er doch die Auferstehung und die Fähigkeit [Allāhs] zur Wiedererweckung der Toten verleugnet?“ Und die Antwort ist, dass er nicht die Auferstehung verleugnete, sondern unwissend war und dachte, dass wenn er so handeln würde, er nicht zurückgebracht würde [nämlich nur ganze Körper Werden zurück gebracht] und nicht bestraft würde. Und sein Imān ist deutlich geworden durch sein Geständnis, dass er dies nur aus Furcht vor Allāh tat.“

[Ibn Hajjar, Fath ul-Bārī, Kapitel: Hadīth al-Ghār]

3. Šaykh al-Islām Ibn al-Jawzī [rahimahullāh] der zwar kein Aš’ārī war, aber von den Fundamenten fast gleich, war ebenfalls ein Opponent der Madh’hab der „Ahlul Hadīth“ und er überliefert ebenfalls die Aussage von ibn Qutaybah, die oben erwähnt wurde:

قد يغلط في بعض الصفات قوم من المسلمين فلا يكفرون بذلك

„In manchen Eigenschaften [Allāhs] haben Völker der Muslime Fehler begangen, jedoch erklärt man die deswegen nicht zu Ungläubigen.“

al-Hāfiz sagte:

وَرَدَّهُ ابْنُ الْجَوْزِيِّ وَقَالَ

Ibn al-Jawzī widerlegte ihn [Ibn Qutaybah] in dem er sagte:

جَحْدُهُ صِفَةَ الْقُدْرَةِ كُفْرٌ اتِّفَاقًا ، وَإِنَّمَا قِيلَ إِنَّ مَعْنَى قَوْلِهِ “ لَئِنْ قَدَرَ اللَّهُ عَلَيَّ “ أَيْ ضَيَّقَ وَهِيَ قَوْلُهُ : وَمَنْ قُدِرَ عَلَيْهِ رِزْقُهُ أَيْ ضُيِّقَ ، وَأَمَّا قَوْلُهُ “ لَعَلِّي أُضِلُّ اللَّهَ “ فَمَعْنَاهُ لَعَلِّي أَفُوتَهُ ، يُقَالُ ضَلَّ الشَّيْءُ إِذَا فَاتَ وَذَهَبَ ، وَهُوَ كَقَوْلِهِ : لَا يَضِلُّ رَبِّي وَلَا يَنْسَى وَلَعَلَّ هَذَا الرَّجُلُ قَالَ ذَلِكَ مِنْ شِدَّةِ جَزَعِهِ وَخَوْفِهِ كَمَا غَلِطَ ذَلِكَ الْآخَرُ فَقَالَ أَنْتَ عَبْدِي وَأَنَا رَبُّكَ

„Das Leugnen der Eigenschaft „Macht [arab. al-Qudra] ist Unglaube und dies per Konsens. Vielmehr ist es so, dass die Bedeutung: „Wenn Allāh fähig über mich ist..“ bedeutet „einengt“ [Dayyaqa] und dies [geht hervor aus] seiner Aussage: „und über wem Er „qudira“ den Lebensunterhalt , dass heißt: „einengt [qudira].“ Wohingegen die Aussage: „auf dass ich Allāh „udillu“, dies bedeutet „auf dass ich Allāh vergesse…“ Man sagt über eine Sache „Dalla“ wenn sie verloren ging oder oder vergeht, und dies ist wie seine Aussage: „Mein Herr verlass [yadillu] mich nicht und vergiss mich nicht. Und dieser Mann [der sich verbrennen ließ] sagte es [„wenn mein Herr fähig über mich ist“] weil er im Rausch war und aus Affekt, wie jener [Mann] der zuletzt [als er sein Hab und Gut was er verloren glaubte, wieder fand] sagte: „Du bist mein Diener und ich bin dein Herr….“

[Ibn Hajjar, Fath ul-Bārī, Ibid]

4.Šaykh al-Islām Zayn ud-Dīn ‚abd ur-Rahīm ibn al-Husayn ibn abd ar-Rahmān al-Irāqī [rahimahullāh]

Ibn Hajjar sagte über ihn:

أحْمَدٌ ابْنُ عَبْدِ الرَّحِيْمِ ابْنِ اْلحُسَيْن ِابْنِ عَبْدِ الرَّحْمٰنِ ، الْعِرَاقِي الْإمَام الْحَافِظ شَيْخُ الإسْلَامِ أبْو زرعةِ، إبْنُ شَيْخِنَا وَ أُسْتَاذِنَا حَافِظُ الْعَصْرِ شَيْخُ الإسْلَامِ زَيْنُ الدِّيْنِ

„Ahmad ibn abd ur-Rahīm ibn al-Husayn ibn ‚abd ar-Rahmān al-Irāqī, der Imām, der Meister, der Šaykh des Islāms Abū Surr’a. der Sohn unseres Šaykhs und unseres Lehrers dem Meister unserer Zeit, Šaykh al-Islām Zayn ud-Dīn [al-Irāqī].“

[Ibn Hajjar, Inbā ul-Ghumr bi Inbā il-Umr, 8/21]

al-Irāqī [rahimahullāh] kommentierte den Hadīth wie folgt:

„Wer an der Allmacht Allāhs, des Erhabenen, zweifelt, ist ein Kāfir. Und der Hadīth zeigt uns, dass er [der Mann] Muslim war, durch zwei Aspekte. Ersterer: „Er [der Prophet ﷺ] sagt uns, dass er [der Mann] das lediglich gemacht hat, weil er Angst vor Allāh, dem Erhabenen, hatte und der Ungläubige hat keine Angst vor Allāh. Zweiter Grund: Er ﷺ sagt, dass Allāh ihn vergeben hat und einem ungläubigen wird nicht vergeben.“

[al-Irāqī, Tarh ut-Tathrīb fī Šarh it-Taqrīb, 4/244]

Šaykh al-Islām Zayn al-Irāqī legte es ähnlich wie die Abhandlung von ibn Fūrak aus.

Dann noch Imām Nawawī, und das erklärt aber der Prediger in dem Video schon, sodass wir das uns ersparen können wieder zu erwähnen.

Bei dieser Madh’hab der Theologen gibt es einen bestimmten Grundsatz, nämlich dass es Eigenschaften Allāhs gibt, die man kennen MUSS und der Qur’ān beweise es, dass man es kennen muss. Darunter fällt Macht, Wissen, Hörend und Sehend.

Sie entnahmen es ebenfalls aus den Qur’ān und argumentierten mit vielen Versen darunter was der Herrliche und herrlich ist seine Herrlichkeit sagt:

قُلْ أَرَأَيْتَكُمْ إِنْ أَتَاكُمْ عَذَابُ اللَّهِ أَوْ أَتَتْكُمُ السَّاعَةُ أَغَيْرَ اللَّهِ تَدْعُونَ إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ
بَلْ إِيَّاهُ تَدْعُونَ فَيَكْشِفُ مَا تَدْعُونَ إِلَيْهِ إِن شَاءَ وَتَنسَوْنَ مَا تُشْرِكُونَ

„Sprich: „Was denkt ihr? Wenn die Strafe Allāhs über euch kommt oder die Stunde euch ereilt, werdet ihr dann zu einem anderen rufen als zu Allah, wenn ihr wahrhaftig seid? Nein, zu Ihm allein werdet ihr rufen; dann wird Er das hinwegnehmen, weshalb ihr [Ihn] anruft, wenn Er will, und ihr werdet vergessen, was ihr [Ihm] zur Seite stelltet.“

[Sure 6: 40-41]

Hier sieht man folgendes: Allāh adressiert an die Ungläubigen, dass sie jemand anderen rufen sollen wenn sie wahrhaftig sind wenn ein Problem sie trifft, und Allah weiß, dass sie nur ihn rufen werden.
So, wenn man Ihn ruft dann weiß man 1. dass Er sie hört. 2. dass Er sie sieht. 3. dass Er die Macht hat ihre Lage zu ändern. Warum sonst sollte man ihn rufen?

Aus diesem Vers haben die Mutakallimīn entnommen, dass es mit dem Verstand erkannt werden MUSS und jeder Person, außer ein geistig Behinderter, erkennen muss, dass Allāh diese Eigenschaften besitzt. Selbst wenn er komplett unwissend ist.

Auf das Argument von Šaykh al-Islām Ibn Taymīyah, dass er es mit Mathematik vergleicht, haben die Mutakallimīn hier eine Regel aufgestellt, die man auch mathematisch erklären könnte. Klar ist die Mathematik schwer, aber es hat auch Aspekte, welche, wenn eine Person sie nicht wissen würde, man die Person ohne Zweifel für geistig unzurechnungsfähig halten würde. Beispiel:

„du hast einen Apfel wenn du einen dazu bekommst, wieviele hast du dann?“

Jeder Erwachsene Mensch, der das nicht wissen würde, würde prompt als unzurechnungsfähig gehalten werden, aber auch dies ist Mathematik. Die Mutakallimīn haben eben das als Selbstverständlichkeit gesehen, dass man wissen muss [!!], dass Allāh Allmächtig ist, denn nur der Gott, der das ganze Universum in Gang gesetzt hat, kann auch dementsprechend Allmächtig sein.
Aber ich denke die Beispiele waren fürs erste genügend.

Fazit: Man kann deutlich erkennen, dass es in dieser Frage 2 Lager gab mit 2 Meinungen wie sie unterschiedlicher kaum hätten sein können. Diese Person „Abū Umar al-Kuwayti hat hier die Meinung der Aš’ārīs aufgegriffen um zu zeigen, dass die Gegenpartei in Unglaube gefallen ist.

Jetzt schaut und urteilt selbst: Welche Gelehrten haben je Ibn Taymīyah, Ibn al-Qayyim, Ibn Qutaybah und und und als Ungläubige erklärt deswegen? Welche Gelehrten haben je diese gegnerische Aqida Schule als vom Glauben abgefallene erklärt deswegen?

Alles Lob gebührt Allāh den Herrn der Welten, dem Führer vom Dunklen ins Licht. Und Friede und Segen seien auf unseren Meister und Fürsten, dem Gesandten Allāhs für alle Lebewesen.


 

About The Author

Kommentar verfassen