November 19, 2017

Asha’ira Vs Hanabilah (Asharis Vs Hanbalis)

Ašā’irah VS Hanābilah ?

Wie gingen die großen Gelehrten mit Meinungsverschiedenheiten der Zweige des Fundaments voran? Das sind Dinge womit sich die Laien nicht ausführlich beschäftigen sollten, dennoch wagen sie sich da rein und ohne es zu merken verderben sie die Menschen mit ihrem Halbwissen. Vorab gab es in der Geschichte immer Ulamā die fair und gerecht waren. Man sieht, dass manche Leute sich extra sehr merkwürdige und extreme Meinungen raussuchen um ihre verdorbenen Ansichten zu verbreiten.

Wir schauen auf den Rang des Golds seiner Zeit: Suyūtī ( gestorben 1505 in Kairo) sagte über Šaykh al-Islām Šamsudīn adh-Dhahabī [rahimahullāh] (gestorben 1348 in Damaskus):

حكي عن شيخ الإسلام أبي الفضل ابن حجر أنه قال: „شربت ماء زمزم لأصل إلى مرتبة الذهبي في الحفظ

„Und von Šaykh al-Islām Abī Fadl Ibn Hajjar wird überliefert das er sagte: „ich trank Zamzam Wasser [und bat Allāh] um das Wissen [Hifdh] von Dhahabī zu bekommen. [Suyūtī, Tabaqāt al-Huffāz, 1:522]

Ein anderer Schüler von ihm, Salah al-Din al-Safadī, sagte über ihn:

„Ich habe vor ihm viele seiner Werke gelesen und habe ihn weder mit Starrheit [jumud] der Hadīthgelehrten vorgefunden noch mit der Dichtigkeit [kawdana] der Überlieferer. Es ist eher so, dass er höchst präzise und bewandert war in den Aussagen der Gelehrten und den Schulen der Imāme der Salaf und Autoritäten der [islamischen] Glaubenslehre. Was mich am meisten erfreut ist die Behutsamkeit die er aufzeigt, in seinen Werken, er erwähnt nicht einen Hadīth ohne dabei zu erwähnen ob es an irgend eine schwäche leidet in seinem Inhalt, Kette, Überlieferung oder einer der Überlieferer. Ich habe niemand anderen gesehen die die selbe Behutsamkeit aufzeigen konnten, in dem was sie zitierten.“ [Imām Al-Safadi, in al-Wafi bi al-Wafayat 2:163]

Und nun schauen wir wie er mit Gelehrten einer anderen Denkschule umging: Imām Dhahabī sagte über Hujjat ul-Islām al-Ghazālī [rahimahullāh anhum] (gestorben 1111 in Tus/Iran):

الشيخ الإمام البحر ، حجة الإسلام ، أعجوبة الزمان زين الدين أبو حامد محمد بن محمد بن محمد بن أحمد الطوسي ، الشافعي ، الغزالي ، صاحب التصانيف ، والذكاء المفرط تفقه ببلده أولا ، ثم تحول إلى نيسابور في مرافقة جماعة من الطلبة ، فلازم إمام الحرمين ، فبرع في الفقه في مدة قريبة ، ومهر في الكلام والجدل ، حتى صار عين المناظرين

„Der Šaykh, der Imām, Der Ozean [des Islams], das Zeichen des Islāms, das Wunder seiner Zeit, Zayn ud-Dīn ‚Abū Hamīd Muhammad ‚ibn Muhammad ‚ibn Muhammad ‚ibn ‚Ahmad at-Tūsī aš-Šāfi’ī al-Ghazālī, der Autor vieler Bücher und [er war] im Besitz von äußerster Intelligenz. Er studierte Fiqh in seiner eigenen Stadt, dann zog er in der Gesellschaft von einer Gruppe von Studenten nach Nisapūr. Er blieb bei dem Imām Al-Haramayn [al-Juwaynī] und erlangte innerhalb einer kurzen Zeit ein tiefes Wissen über Fiqh. Er war gut bewandert in ‚Ilm ul-Kalām und Debattieren, bis er der beste Debattierer wurde“ [Dhahabī, Siyar A’lām an-Nubalā‘, Band 9, S. 323]

Wie bekannt ist, war Imām Ghazālī [rahimahullāh] ein Šāfi’ī im Fiqh und dementsprechend wie die meisten Šāfi’īten auch ein Aš’ārī in theologischen Themen. Šaykh al-Islām Šams ud-Dīn adh-Dhahabī [rahimahullāh] zeigt den Umgang und Respekt eines Gelehrten, wie umgangen wird mit einem Gelehrten, der mit ihm in den theologischen Themen differierte.

Voran Dhahabī sagte über Ghazālī:

وقَد كَانَ عَلَى رَأس الْأرْبَع مئة الشَّيْخ أَبُوْ حَامِدٍ الْإسْفَرَايينِي، وَعَلَى رَأس الخَمْس مئة أَبُوْ حَاْمِد الْغزَالِي، وَعَلَى رأس السِّت مئة الْحَافِظ عَبْد الْغَنِي، وَعَلَى رَأس السَّبْع مئة شَيْخُنَا أَبُوْ الْفَتْح إبْنُ دَقِيق الْعِيْد.“

„[Ich Dhahabī sage:] Der angekündigte Gelehrte des Anfangs des 4. Jahrhunderts ist Šaykh Abū Hamīd al-Isfarā’īnī, der Gelehrte des 5. Jahrhunderts ist Abū Hamīd al-Ghazālī, der Gelehrte des 6. Jahrhunderts ist al-Hāfiz abd al-Ghanī und der Gelehrte des 7. Jahrhunderts ist unser Šaykh Abūl Fath ibn Daqīq al-Īd.“ [Dhahabī, Siyar a’lām an-Nubalā 14/203]

Imām Dhahabī sagt dann grob und das wichtigste zusammenfassend wie die Aqīda von Ghazālī war:

ومن عقيدة أبي حامد رحمه الله تعالى أولها : الحمد لله الذي تعرف إلى عباده بكتابه المنزل على لسان نبيه المرسل ، بأنه في ذاته واحد لا شريك له ، فرد لا مثل له ، صمد لا ضد له ، لم يزل ولا يزال منعوتا بنعوت الجلال ، ولا تحيط به الجهات ، ولا تكنفه السماوات ، وأنه مستو على العرش على الوجه الذي قاله ، وبالمعنى الذي أراده ، منزها عن المماسة والاستقرار والتمكن والحلول والانتقال ، وهو فوق كل شيء إلى التخوم ، وهو أقرب إلينا من حبل الوريد ، لا يماثل قربه قرب الأجسام ، كان قبل خلق المكان والزمان ، وهو الآن على ما كان عليه ، وأنه بائن بصفاته من خلقه ، ما في ذاته سواه ، ولا في سواه ذاته ، مقدس عن التغير والانتقال ، لا تحله الحوادث ، وأنه مرئي الذات بالأبصار في دار القرار ، إتماما للنعم بالنظر إلى وجهه الكريم

„Und von der Aqīda von Abū Hamīd, Allāh erbarme Sich seiner, ist folgendes: „Alles Lob gebührt Allāh, der Seinen Diener die Erkenntnis schickte durch Sein Buch welches Er herabsandte in der Sprache Seines Propheten, dem Gesandten. Und Sein Wesen ist Eins und ihm gebührt kein Teilhaber. Er ist Einzig und nichts gleicht Ihm. Er ist Bedürfnislos und er hat kein Gegenteil Er verging nicht und wird nicht vergehen. Er wird mit den Eigenschaften der Erhabenheit beschrieben. Weder kann man Ihm eine Richtung zuschreiben, noch können die Himmelsrichtungen Ihn umfassen. Er ist erhoben über dem Thron, so wie Er es sagte und mit der Bedeutung, die er beabsichtigte, erhaben über die Berührung und das Aufsteigen und Ortseinahme und Inkarnation [in seine Schöpfung] und Bewegung. Er ist über seiner gesamten Schöpfung. Und er ist uns näher als unsere Halsschlagader und seine Nähe ähnelt nicht der Nähe der Körper. Er existierte vor der Schöpfung von Ort und Zeit und er ist jetzt immer noch so wie er damals war. Und er ist mit seinen Eigenschaften getrennt von seiner Schöpfung. Sein Wesen enthält nichts anderes als Ihn und alles Andere enthält nichts von Seinem Wesen. Erhaben über die Veränderung und die Bewegung. Die begonnenen Dinge vermischen sich nicht mit ihm. Und sein Wesen wird in der ewigen Wohnstätte durch den Blick auf sein edles Angesicht gesehen, als Vervollständigung der Gnaden.“ [Dhahabī, Siyār a’lam an-Nubalā, 4/326]

Unter anderem dazu sagte er [rahimahullāh] dann weiter folgende Worte als Kommentar: قلت : بل ميزان الأعمال له كفتان ، كما جاء في “ الصحيح “ وهذا المعتقد غالبه صحيح ، وفيه ما لم أفهمه ، وبعضه فيه نزاع بين أهل المذاهب ، ويكفي المسلم في الإيمان أن يؤمن بالله ، وملائكته ، وكتبه ، ورسله ، والقدر خيره وشره ، والبعث بعد الموت ، وأن الله ليس كمثله شيء أصلا ، وأن ما ورد من صفاته المقدسة حق ، يمر كما جاء ، وأن القرآن كلام الله وتنزيله ، وأنه غير مخلوق ، إلى أمثال ذلك مما أجمعت عليه الأمة ، ولا عبرة بمن شذ منهم ، فإن اختلفت الأمة في شيء من مشكل أصول دينهم ، لزمنا فيه الصمت ، وفوضناه إلى الله ، وقلنا : الله ورسوله أعلم ، ووسعنا فيه السكوت . فرحم الله الإمام أبا حامد ، فأين مثله في علومه وفضائله ، ولكن لا ندعي عصمته من الغلط والخطأ ، ولا تقليد في الأصول

„Ich [Dhahabī] sagte: Was die Waage der Taten so hat es zwei Hände, so wie es im authentischen Werk heißt, und dies ist was die Glaubenslehren angeht, das meisten davon ist korrekt, [und jetzt schaue man auf seine Gerechtigkeit:] UND DARIN IST EINIGES WAS ICH NICHT VERSTEHE, und einiges davon ist wegen den vorhandenen Meinungsverschiedenheiten der Rechtsschulen [Streit zwischen den Hanbalīs und Aš’ārīs]. Es genügt für einen Muslim dass man, an Allāh , Seinen Engeln, Seinen Büchern, Seinen Propheten, der Vorherbestimmung des Guten und des Schlechten, dem Tag der Auferstehung, glaubt. Das man daran glaubt das nichts [und niemand] Allāh ﷻ gleicht, und das die makellosen Eigenschaften [Allāhs] wahr sind, und es so lässt, wie sie gekommen sind. Und das der Qur’ān Allāhs Rede ist, was offenbart wurde, und es ist nicht erschaffen und weiteres [Glaubenslehren] worüber es einen Konsens gibt, während das [Aussagen gegen Konsens], was isoliert und einzeln vorkommt nicht berücksichtigt wird. So wenn die Ummah nicht übereinkommt in einer Angelegenheit, welche zu den komplizierten Angelegenheiten der Usūl ud-Dīn [Glaubensfundamente] gehört, so ist es notwendig [für uns] das wir [darüber] schweigen, und es Allāh  überlassen und sagen: „Allāh  und sein Prophet  wissen es am besten und uns obliegt das wir darüber ruhig sind.“ So möge Allāh  sich Abū Hamīd [al-Ghazālī] erbarmen, denn, wer ist schon wie er [Ghazālī] im Wissen und der Tugendhaftigkeit, doch [natürlich] sprechen wir ihn nicht frei von Fehlern und es gibt keinen Taqlīd [Blindfolgen] in den Usūl [Fundamenten].“ [Dhahabī, Siyār a’lam an-Nubalā, 4:326]

 

Šaykh des Islāms Ibn Taymīyah [rahimahullāh gest. 728 n.H.] sagte:

والناس يعلمون أنه كان بين الحنبلية والأشعرية وحشة ومنافرة, وأنا كنت من أعظم الناس تأليفا لقلوب المسلمين , وطلبا لاتفاق كلمتهم ,وإتباعا لما أمرنا به من الاعتصام بحبل الله

„Die Leute wissen, dass es Entfremdung und Feindschaft zwischen den Hanbalīs und Aš’ārīs gab. Ich war einer derjenigen, die sich anstrengten die Herzen der Muslime zu vereinen und ich strebte es an eine Einigung zwischen beiden zu finden, um den Befehl umzusetzen an Allāhs Seil [gemeinsam] festzuhalten [3:103].“

[Ibn Taymīyah, al-Fatāwatul Kubrā 3/228, Druckversion: Majmu al-Malik Fahd, Erscheinungsjahr: 1995]

Abschließend kann man sehen und sagen, dass die Gelehrten sehr vorsichtig mit dieser Thematik umgegangen sind. Und man sollte sich nicht rein steigern und besonders nicht in Gelehrtenschriften, in denen harsche Worte benutzt worden sind, die den Eindruck erwecken, dass sie große Schranken und Burgen gegeneinander aufbauten. Möge Allāh die Kluften und Entfremdungen zwischen den Herzen der Gläubigen beseitigen!

 

 

 

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