September 26, 2017

Shaykh al-Islam Taqi ud-Din ibn Taymiyyah über das Ansprechen des Propheten (Sallallahu alaihi wa sallam)

Im Namen Allāhs des Allerbarmers des Barmherzigen, des Majestätischen, des Siegreichen.

Des Königs aller Könige. Der Unbedürftige von dem alles abhängt. Und Friede und Segen seinen auf unseren Anführer und Fürsten dem Gesandten Allāhs auf seiner Familie und seiner Gefährten und allen die ihnen Folgen.

Wir präsentieren Euch eine detaillierte Antwort von Shaykh al-Islām Ibn Taymīyyah über sein Verständnis von Tawassul und wo seine Grenzen sind, was er als Shirk sieht und was nicht.

Vorab seine Meinung wo er die Grenze sieht und wo es bei ihm als Übertreibung und dementsprechend als Götzendienst (Shirk bzw. Širk ) gilt:

ومنهم من يطلب من الميت ما يطلب من الله فيقول: اغفرلي، وارزقني، وانصرني ونحوَ ذلك كما يقول المصلي في صلاته الله تعلى الى أمثال هذه الأمور التي لا يشك من عرف دين الاسلام انها فخالفة لدين المرسلين أجمعين. فإنها من الشرك الذي حرمة الله و رسوله بل من الشرك قاتل عليه الرسول ﷺ المشركين.

„Und von ihnen gibt es manche, die die Verstorbenen um das bitten, UM DAS MAN ALLAH BITTET. Sie sagen:

„Vergib mir [meine Sünden]! Versorge mich! Verhelfe mir zum Sieg und dergleichen, was der Betende in seinem Gebet zu Allāh sagt. Niemand der den Islam kennt, zweifelt daran, dass diese Praxis dem Glauben aller Propheten [aleyhum salam] widerspricht. Und diese Dinge sind vom Širk welche Allāh und sein Gesandter verbaten und weswegen der Prophet die Götzenanbeter bekämpfte.“

[Ibn Taymīyyah, Qā’idatul Adhīma, je nach Druckversion S.153-154]

Das vorab geklärt. Jetzt zum eigentlichen:

Šaykh al-Islām Taqī ud-Dīn ibn Taymīyyah [rahimahullāh] sagte:

ما يروى من أن قوما سمعوا ردَّ السلام من قبر النبي ﷺ، أو قبور غيره من الصالحين. وأن سعيد بْنُ المسيِّبِ كان يسمع الأذان من القبر ليالي الحرة. و نحو ذلك. فهذا كله حقٌ ليس مما نحن فيه. والأمر أجل من ذلك وأعظم.

„Es wird überliefert, von einer Gruppe von Leuten, die den Friedensgruß, aus dem Grab des Propheten (saw.) oder aus den Gräbern der Rechtschaffenen, hörten. Und von Sayyid Ibn Musayyib wird überliefert, dass er den Adhān aus seinem [saw.] hörte in den Nächten von Harrah und ähnliches. Und dies ist alles wahr [!!!] und daran haben wir nichts auszusetzen und diese Angelegenheit ist größer und gewaltiger als dies [Gräber zu Masjid machen u. das Beten bei den Gräbern].“

Und jetzt fängt er [rahimahullāh] an über das eigentliche Thema zu sprechen. Das oben erwähnte diente nur dazu das wir sehen das die Verstorbenen sehr wohl hören und es auch Mutawātir überliefert wurde das die Verstorbenen antworten.

Er [rahimahullāh] sagt über das Ersuchen der Du’ā vom dem Propheten (Sallallahualaihi wa sallam):

و كذلك أيضا ما يروى <<ان رجلا جاء الى قبر النبي ﷺ، فشكا أليه الجدب علم الرمادة. فرآه وهو يأمره أن يأني عمر (رضي الله عنه)، فيإمره أن يخرج يستسقي بالناسي>> فإن هذا ليس من هذا الباب. ومثل هذا يقع كثيرا لمن هو دون النبي ﷺ، و أعرف من هذا و قائع. وكذلك سؤال بعضهم النبي ﷺ، أو لغيره من أمته حاجة فتقضى له، فإن هذا قد وقع كثيرا، وليس هو مما نحن فيه. وعليك أن تعلم أن إجابة النبي ﷺ أو غيره لهؤ لاء السائلين، آيس مما يدل إستحباب السؤال، فإنه هو القائل ﷺ : <<„إن أحدهم ليسألني المسألة فأعطيه إياها، فيخرج بها يتأبطها نارا.“ فقالوا: << يا رسول الله، فلم تعطيهم؟ >> قال ﷺ: << يأبون إلا أن يسألوني، ويعنى الله لي البخل>>. و أكثر هؤلاء السائلين الملحين لما هم فيه من الحال، لو لم يجابوا لأضرب إيمانهم، كما أن السائلين به في الحياة كانوا كذلك، وفيهم من أجيب وأمر بالخروج من المدينة. فهذا القدر إذا وقع يكون كرامة لصاحب القبر، أما أن يدل على حسن حال السائل، فلا فرق بين هذا و هذا. فإن الخلق ينهوا عن الصلاة عند القبور، واتخاذها مساجد استهانة بأهلها، بل لما يخاف عليهم من الفتنة، وإنما تكون الفتنة إذا انعقد سببها، فَلَو لا انه قد يحصل عند القبور ما يخاف الافتان به لما بهى الناس عن ذلك. وكذلك ما يذكر من الكرامات، و خوارق العادات، التي توجد عند قبور الأنبياء و الصالحين مثل نزول الأنوار و الملائكة عندها وتوفي الشَّياطين و البهاثم لها، واندفاع النار عنها و عمن جاورها، و شفاعة بعضهم في خيرانه من الموتي، وأستحباب الاندفان عند بعضهم، وحصول الأنس و السكينة عندها، ونزول العذاب بمن استهانها – فجنس هذا حقٌ، ليس مما نحن فيه. وما في قبور الأنبياء و الصالحين، من كرامة الله و رحمته، وما لها عند الله من الحرمة و الكرامة فوق ما يتوهمه أكثر الخلق، لكن ليس هذا موضع تفصيل ذلك. وكل هذا لا يقتضي استحباب الصلاة، أو قصد الدعاء أو النسك عندها، لما في قصد العبادات عندها من المفاسذ التي علمها الشارع كما تقدم. فذكرت هذا الأمور الأنها مما يتوهم معارضته لما قدمناه، و ليس كذالك.

„So wie ebenfalls überliefert wird: „Das ein Mann zum Propheten (saw.) kam, dann beklagte er sich bei ihm über die Hungersnot im Jahr der Trockenheit. Woraufhin er ihn im Traum sah und Er (Sallallahu alaihi wa sallam) ihm befahl zu Umar zu gehen [und] ihm zu sagen, dass er mit den Menschen [aus Medinah] herausgehen soll, [und] Istisqa‘ [Gebet um Regen] beten soll.“
Und diese Sache hat damit [Gräber zu Masājid nehmen] nichts zu tun.

Und derartiges ist auch bei vielen außer dem Propheten (saw.) passiert, und viele dieser Geschehnisse sind mir bekannt. Genauso wie einige den Propheten (saw.), oder andere von seiner Not bedrängt Fragen, damit seine Not [von Allāh] entfernt wird, so geschah dies in der Tat oft UND DARUM GEHT ES UNS GARNICHT. Und man soll wissen, dass das Antworten des Propheten (saw.) oder anderer [Propheten oder Salihīn] auf die Fragenden nicht [die] Vorzüglichkeit des Fragens beweist, vielmehr [bedeutet es] wie Seine (saw.) Worte lauten: „Einer von ihnen bittet mich um etwas und ich gebe es ihm und er geht damit, es unter seinem Arm tragend fort, und es ist nichts außer Feuer [d.h. Versuchung] für ihn.“ Dann sagte er [Umar]: „Oh Gesandter Allāhs, warum gibst du es ihm [dann]?“ Er (saw.) sagte: sie bestehen darauf mich danach zu fragen und Allāh ﷻ besteht darauf, dass ich nicht geizig bin.“ “ [Ibn Hibbān, Sahīh]

Jetzt kommt was ganz ganz wichtiges, nämlich was er jetzt sagt nimmt alles auseinander was die Widersacher von Ahlul Sunnah sagen.

Er [rahimahullāh] sagt weiter:

„Und die meisten von den aufdringlich Fragenden, haben jene unter sich, dass wenn diesen nicht geantwortet werden würde, ES IHREN IMAN verletzten würde [d.h. Sie könnten ihren Glauben verlieren !], so ist es GENAUSO, WIE WENN DIE FRAGENDEN DAS SELBE IN SEINER LEBZEITEN TÄTEN UND ER IHNEN ANTWORTEN UND BEFEHLEN WÜRDE aus Medinah herauszugehen [und ‚Istisqa zu beten].

Und diese Bestimmung [das die Verstorbenen Antworten] ist, wenn es geschieht, ein Gnadengabe [Karama]* für den Grabesbewohner. Im Bezug darauf, ob es auf den guten Zustand des Fragenden hinweist, so gibt es keinen Unterschied zwischen dem einen [im Leben] und dem anderen [im Tod]. Denn der Schöpfung wurde das Gebet bei den Gräbern und das Nehmen von ihnen als Masājid nicht aus Geringschätzung zu ihren Bewohnern verboten, sondern wegen der Versuchung, die für sie befürchtet wird. Und die Fitna tritt nur verknüpft mit ihrem Grund ein. Wenn also bei den Gräbern nichts geschehen würde, von dem gefürchtet wird, dass man dadurch in Versuchung geführt wird, wäre es den Menschen nicht verboten worden.

Und genauso das, was von den Wundern und den ungewöhnlichen Dingen, welche es an den Gräbern der Propheten und Rechtschaffenen gibt, wie das Herabkommen von Lichtern und Engeln bei ihnen und das Sterben von den Šayātīn und den Tieren bei ihnen und das Abwenden vom Feuer von ihnen und von den benachbarten Gräbern und die Fürsprache von manchen von ihnen für seinen Nachbar von den Verstorbenen und das Empfehlen des Vergrabenseins bei manchen von ihnen und das Herabkommen einer angenehmen Atmosphäre und Ruhe bei ihnen und das Herabkommen von Strafe auf den, der sie geringschätzt. Und solche Dinge sind die Wahrheit und nicht das wovon wir reden.

Und was in den Gräbern der Propheten und Rechtschaffenen von den Gnadengaben Allahs und seiner Barmherzigkeit ist und was sie bei Allāh für eine Heiligkeit und edle Stellung besitzen ist über dem, was die meiste Schöpfung sich einbildet. Aber dies ist nicht der Ort um darüber ins Detail zu gehen.

Und all dies bedeutet nicht die Empfehlung des Gebetes oder die Absicht der Dua und des Schlachtens bei ihnen, da in der Beabsichtigung von Anbetungen bei ihnen ein Schaden ist, den der Gesetzgeber [Allāh und sein Gesandter] kannten, wie bereits vorher gesagt wurde. Und Ich [Ibn Taymīyyah] erwähnte diese Dinge, da man sich einbildet, dass sie im Widerspruch zu dem stehen, was wir vorgelegt haben [Gräber zu Masājid nehmen und Vorzüglichkeit des Betens an solche Orten] und das ist nicht der Fall.“

[Ibn Taymīyyah, Iqtidā‘ as-Sirāt al-Mustaqīm, B.1/735-737]

 

Sehr wichtig für ein richtiges Verständnis der Texte ist auch der folgende Text  Shaykhul Islam darüber wann das Bitte um Shafaa Shirk ist

PDF des Textes hier verfügbar Scribd.com

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