September 26, 2017

Shaykh al-Islam ibn Taymiyyah über Unwissenheit im Usul al-Iman

Shaykh al-Islam Ibn Taymiyya [raḥimahullāh] sagt:

 

Muslim überlieferte in seinem Ṣaḥiḥ von ʿĀiša raḍīAllāhu ʿanhā, dass sie sagte:

„Soll ich euch nicht von dem Gesandten Allāhs   erzählen?“

Wir sagten: „Ja.“

Sie sagte dann: „Eines Abends, als ich unter den Ehefrauen an der Reihe war, war der Gesandte Allāhs (sallallahu alayhi wa sallam) bei mir. Er zog seine Kleidung und Schuhe aus und legte sie neben seinen Füßen. Ein Ende seines Überwurfs breitete er auf dem Bett aus. Danach legte er sich hin. Er zog seine Kleidung solange nicht an, bis er dachte, dass ich eingeschlafen sei. Dann nahm er seine Kleidung ganz vorsichtig und zog leise seine Schuhe an. Anschließend öffnete er die Tür, ging hinaus und zog die Tür hinter sich ganz leise wieder zu. Sofort zog ich mich an, zog meinen Ḥijāb über und verhüllte mein Gesicht. Anschließend folgte ich ihm bis er an der Grabstätte bei Baqīʿ anhielt. Zunächst verharrte er eine ganze Weile dort. Dann hob er dreimal seine Hände hoch und machte Duʿā. Danach verließ er die Grabstätte, sodass ich mich ebenfalls auf den Weg machte. Auf dem Rückweg wurde er immer schneller und ich ebenfalls. Dann fing er an zu laufen und ich ebenfalls. Ich kam gerade noch vor ihm zu Hause an. Erst als ich wieder im Bett lag, kam er die Tür hinein.

 

Er sagte zu mir: „Oh ʿĀiša! Was ist mit dir, dass du so außer Atem bist?“

Ich antwortete: „Nichts.“

Und Er sagte: „Entweder erzählst du es mir oder Allāh, der Gütige und der Wissende, wird es mir sagen.“

Daraufhin sagte ich: „Oh Gesandter Allāhs! Mögen mein Vater und meine Mutter für dich aufgeopfert werden.“

Und Er erzählte es mir: „Warst du etwa die dunkle Gestalt, die ich vor mir

sah?“ fragte er mich.

Ich antwortete: „Ja.“

Daraufhin klopfte Er mir so hart auf die Brust, dass es mir weh tat.

Er sagte: „Befürchtest du etwa, dass Allāh dich ungerecht behandelt wie auch sein Gesandter?“

Ich sagte: „Was auch immer die Menschen verbergen, Allah weiß es?“

Er sagte: „Ja…“

 

Und dann sagte Er: „Als ich neben dir lag kam Ǧibrīl (ʿalayhi as-Salām) und hat mich zu sich gerufen. Ich habe seine Ankunft vor dir verborgen und bin zu ihm gegangen. Ich habe es vor dir verborgen, weil du nicht angezogen warst und Er deswegen nicht eingetreten wäre. Ich dachte du schläfst und wollte dich nicht aufwecken. Ich wollte nicht, dass du dich fürchtest, wenn ich dich allein zurücklasse.

Ǧibrīl sagte zu mir: ‚Dein Herr möchte, dass du zur Grabstätte bei Baqīʿ hingehst und für die Toten dort um Vergebung bittest.‘“

Ich (ʿĀiša r.a.) sagte: „Wie soll ich es (die Vergebung für die Toten) sagen oh Gesandter Allāhs?“

Er sagte: „Sprich, Friede sei mit euch Einwohner dieser Stadt (Friedhof) aus dem Kreise der Gläubigen und der Muslime und möge Allāh erbarmen haben mit denen, die von uns gegangen sind und mit denen, die später kommen werden und so Allāh will werden wir zu euch stoßen.“ [Ende der Überlieferung von Muslim].

 

 

Shaykh al-Islam Ibn Taymiyya [raḥimahullāh] sagt hierauf:

 

„Das ist ʿĀiša, die Mutter der Gläubigen: Sie fragte den Gesandten Allāhs  (sallallahu alayhi wa sallam) : „Weiß Allāh alles, was die Menschen verbergen?“ und der Gesandte ﷺ antwortete: „Ja.“ Das weist darauf hin, dass sie dies zuvor nicht gewusst hatte und sie war bevor sie davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass Allāh Wissen um alles besitzt, was der Mensch verbirgt, keine Kāfira.

Auch wenn die Bestätigung dessen (von diesem Wissen) nach dem Erbringen des Beweises (Qiyām al-Ḥuǧǧa) zu den Grundlagen des Imān (Uṣul al-Iman) gehört, denn das Verleugnen von dem Wissen von Allāh über alle Dinge ist gleich dem Verleugnen der Macht von Allāḥ über alle Dinge, so hat sie es dennoch verdient, wegen der Sündhaftigkeit getadelt zu werden.

Deswegen klopfte der Gesandte Allāhs (sallallahu alayhi wa sallam)  hart auf ihre Brust und sagte: „Befürchtest du etwa, dass Allāh dich ungerecht behandelt wie auch sein Gesandter?“

Diese Grundlage ist anderorts ausführlich behandelt worden.

Es ist klar geworden, dass diese Aussage Kufr ist. Dennoch wird der Takfīr auf denjenigen, der diese (Kufr-) Aussage getroffen hat, nicht ausgesprochen, bis ihm mit Wissen der Gegenbeweis erbracht wurde, der denjenigen, der diesen nicht annimmt, zum Kāfir wird.

Und es gibt viele Beweise für die Gesetzeswidrigkeit dieser (Kufr-) Aussage im Buche (Allāhs) und in der Sunna. Und die Salaf der Umma einigten sich hierüber sowie ihre Imāme und Mašāyiḫ. Es ist nicht von Nöten dieses Thema noch zu detaillieren.

 

فهذه عائشة أم المؤمنين : سألت النبي – صلى الله عليه وسلم – هل يعلم الله كل ما يكتم الناس ؟ فقال لها النبي صلى الله عليه وسلم نعم وهذا يدل على أنها لم تكن تعلم ذلك ولم تكن قبل معرفتها بأن الله عالم بكل شيء يكتمه الناس كافرة وإن كان الإقرار [ بذلك ] [ ص: 413 ] بعد قيام الحجة من أصول الإيمان وإنكار علمه بكل شيء كإنكار قدرته على كل شيء هذا مع أنها كانت ممن يستحق اللوم على الذنب ولهذا لهزها النبي صلى الله عليه وسلم وقال : أتخافين أن يحيف الله عليك ورسوله وهذا الأصل مبسوط في غير هذا الموضع .

 

فقد تبين أن هذا القول كفر ولكن تكفير قائله لا يحكم به حتى يكون قد بلغه من العلم ما تقوم به عليه الحجة التي يكفر تاركها ودلائل فساد هذا القول كثيرة في الكتاب والسنة واتفاق سلف الأمة وأئمتها ومشايخها لا يحتاج إلى بسطها .

[Maǧmūʿ al-Fatāwā; Band 11, S. 412- 413]

 

Link: http://library.islamweb.net/newlibrary/display_book.php?ID=1184&startno=0&start=0&idfrom=1183&idto=1187&bookid=22&Hashiya=2

 

“Diyauddin al-Qudsi”, ein berühmt berüchtigter Übertreiber im Takfīr, schreibt in seinem Buch „Die Unwissenheit im großen Schirk ist keine Entschuldigung“ über die Erklärung von Shaykh al-Islām Ibn Taymiyya:

 

„Mit der Hilfe Allahs  sage ich; Dieses angeblich von Ibn Taymiyyah stammende Zitat ist eine offene Verleumdung gegenüber Ibn Taymiyyah. Diese Worte gehören nicht ihm, sie wurden nach seinem Tod von anderen in seine Bücher hinzugefügt.

Dies zeigt, dass dieses angebliche Zitat von Ibn Taymiyyah nicht seine eigenen Worte sind, sondern ihm untergeschoben wurden. Diese Hinzufügung stammt mit großer Wahrscheinlichkeit von den Orientalisten der westlichen Welt. Denn die Bücher von Ibn Taymiyya [rahimahullāh] wurden nicht zu seinen Lebzeiten gedruckt, sondern erst einige Zeit später nach seinem Tod. Und diejenigen, die seine Bücher druckten waren keine zuverlässigen und vertrauenswürdigen Personen. Sie haben sowohl bei den Büchern von Ibn Taymiyyah, als auch bei den Büchern von anderen Gelehrten einiges hinzugefügt.“

 

[„Die Unwissenheit im großen Schirk ist keine Entschuldigung“, S. 297 f.]

 

Link: http://www.derwahremuslim.de/downloads/Die-Unwissenheit-im-grossen-Schirk-ist-keine-Entschuldigung.pdf

 

Seht nur wohin diese Krankheit führt. Der Herr war anscheinend selbst anwesend als die Bücher niedergeschrieben wurden!?

 

Genauso könnte ein Rāfiḍī sagen: Die Aussagen in den Werken von Ibn Taymiyyah gegen die Šīʿa und Rawāfiḍ wurden später von unzuverlässigen Personen hinzugefügt.

 

Genauso könnte ein extremer Sūfī sagen: Die Aussagen in den Werken von Ibn Taymiyyah gegen die Sūfiyya wurden später von unzuverlässigen Personen hinzugefügt.

 

Genauso könnte ein Agent des Westens sagen: Die Aussagen in den Werken von Ibn Taymiyyah gegen die tatarischen Herrscher seiner Zeit wurden später von unzuverlässigen Personen hinzugefügt.

 

Aufgrund seiner Krankheit hinsichtlich der Übertreibung im Takfīr, hat er eigentlich mit dieser Aussage unbedacht die Authentizität jeglicher Werke von Ibn Taymiyyah [rahimahullāh]in Zweifel gezogen UND DARF SOMIT AUCH SELBST NICHTS MEHR VON IHM ZITIEREN. Doch er zitiert Ibn Taymiyyah sehr wohl, wenn es seiner Übertreibung im Takfīr bzw. seinen Gelüsten entspricht! Immerhin spricht er seinen Gelüsten ʿIlm al-Ġayb zu!

 

Dies ist ein offenkundiger Beweis für seinen Nifāq. Jeder, der von ihm sein Wissen entnimmt, ist entweder unwissend über ihn oder folgt ebenfalls nur seinen Gelüsten.

 

[Notiz: Selbst die zeitgenössischen Gelehrten, welche jahrelang in saudischen Gefängnissen inhaftiert wurden, lehren in ihren ʿAqīda-Unterrichten anhand dieser Quelle. Zum Beispiel Šayḫ Ṣafar al-Hawālī: http://www.alhawali.com/index.cfm?method=home.SubContent&ContentID=5062

Niemand zweifelte jemals die Authentizität dieser Textstelle, da dies die zwingende Konsequenz mit sich bringen würde, jegliche Werke von Ibn Taymiyyah raḥimahullāh anzuzweifeln und zu verwerfen.]

 

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