September 26, 2017

Die heutigen Takfiris und Khawarij sind die neuen Mu’tazila!

Wusstet ihr, dass die Aussage „Jeder, auch Laien müssen selbständig dem Qur’ān und der Sunnah folgen und nicht den Gelehrten.“ die Meinung der Mu’tazila und Qadarīya Sekten war?

 

Imām Sayf ud-Dīn al-Āmidī al-Hanbalī aš-Šāfi’ī [rahimahullāh gest. 631 n.H.] schreibt:

العامي ومن ليس له أهلية الاجتهاد ، وإن كان محصلا لبعض العلوم المعتبرة في الاجتهاد يلزمه اتباع قول المجتهدين والأخذ بفتواه عند المحققين من الأصوليين . ومنع من ذلك بعض معتزلة البغداديين وقالوا : لا يجوز ذلك إلا بعد أن يتبين له صحة اجتهاده بدليله ونقل عن الجبائي أنه أباح ذلك في مسائل الاجتهاد دون غيرها كالعبادات الخمس والمختار إنما هو المذهب الأول ، ويدل عليه النص والإجماع والمعقول

„Die Laien sind jene, die nicht die Qualifikation haben Ijtihād [Rechtsurteile] abzuleiten. Selbst wenn sie über sich selbst sagen, dass sie einen Anteil von Wissen besitzen welches verknüpft am Ijtihād ist, so ist es [immer noch] verpflichtend für sie den Aussagen der Mujtahidīn [Rechtswissenschaftlern] und ihren Fatwas zu folgen, gemäß der Muhaqiqīn [Forschern] unter den Usūliyīn [Fundamentprofessoren]. Wie dem auch sei, EINIGE DER MU’TAZILA von Bagdad verbaten dies und sagten: [Selbst] Das ist nicht erlaubt [d.h. Die Fatwa des Gelehrten zu nehmen] bis er [der Laie] heraus findet, ob die Beweise des Ijtihāds [des Muftīs] authentisch sind. Es wird von al-Jubbā’ī [dem Mu’tazilī] überliefert, dass er es in Angelegenheiten des Ijtihāds erlaubte, mit der Ausnahme einige weniger Themen wie das Beten der fünf [Pflichtgebete]. Die richtige Ansicht jedoch ist die Aussage der Ersteren, und dafür sprechen die Texte, DER KONSENS und der Verstand.“

[al-Āmidī, al-Ihkām fī Usūl il-Ahkām, Band 4/229]

 

Al-Hāfiz Khatīb al-Baghdādī aš-Šafi’ī [rahimahullāh gest. 463 n.H.] schreibt:

وحكي عن بعض المعتزلة , أنه قال : لا يجوز للعامي العمل بقول العالم حتى يعرف علة الحكم , وإذا سأل العالم فإنما يسأله أن يعرفه طريق الحكم , فإذا عرفه وقف عليه وعمل به وهذا غلط لأنه لا سبيل للعامي إلى الوقوف على ذلك , إلا بعد أن يتفقه سنين كثيرة , ويخالط الفقهاء المدة الطويلة , ويتحقق طرق القياس
„Es wird von einigen Mu’tazila erzählt, dass sie sagten: „Es ist dem Laien nicht erlaubt nach dem Urteil des Gelehrten zu handeln , bis er herausfindet woher er [der Gelehrte] sein Urteil bezieht. Wenn er den Gelehrten fragt, so soll er ihn danach [woher er sein Urteil bezieht] fragen, damit er versteht woher er es bezieht. Nachdem er es dann verstanden hat, darf er auch danach handeln.“
[Al-Khatīb sagt:] Dies ist falsch! Es gibt absolut keine Möglichkeit für den Laien dies zu machen, es sei denn er studiert viele Jahre, er verbringt viel Zeit mit den Fuqahā und er erforscht den Wege des Qiyās [Analogie].“

[al-Khatīb, Al-Faqīh wa al-Mutafaqīh, Band 2, Seite 133]

 

Hujjat ul-Islām Zayn ud-Dīn Abū Hāmid Muhammad al-Ghazālī [rahimahullāh gest. 505 n.H.] sagte:

العامي يجب عليه الاستفتاء واتباع العلماء . وقال قوم من القدرية : يلزمهم النظر في الدليل واتباع الإمام المعصوم وهذا باطل بمسلكين : أحدهما : إجماع الصحابة فإنهم كانوا يفتون العوام ولا يأمرونهم بنيل درجة الاجتهاد… المسلك الثاني : أن الإجماع منعقد على أن العامي مكلف بالأحكام ، وتكليفه طلب رتبة الاجتهاد محال ; لأنه يؤدي إلى أن ينقطع الحرث والنسل وتتعطل الحرف والصنائع ويؤدي إلى خراب الدنيا

„Dem Laien ist es verpflichtet, dass er den Fatāwas  und den Gelehrten folgt. Einige von den Qadarīya [Sekte] sagten: „Dem Laien ist es verpflichtend, dass er dem Beweis und dem Propheten ﷺ [d.h. Hadīth] folgt.“ [Ich al-Ghazālī sage:] Dies ist falsch, aus zweierlei Gründen; erstens: Wegen dem Konsens der Sahāba [Gefährten des Propheten ﷺ], denn sie haben den Menschen Fatwās gegeben und sie befehligten die Menschen nicht, dass sie die Stufe des Ijithāds erreichen müssen. Zweitens: Der generelle Konsens, dass die Laien überwältigt bzw. Schwierigkeiten bekommen wird von/mit der Rechtsstruktur. Seine Schwierigkeiten die Stufe des Ijtihāds zu erreichen wird jenseits der Vernunft sein, und es wird ihn absolut von der Arbeit [am [täglichen Leben] und der Nachkommenschaft abhalten. Es wird [außerdem] dem Handel und dem Handwerk [bzw. der Arbeitswelt] schaden, was dann zu der Zerstörung unserer [muslimischen Welt] führt.“

[al-Ghazālī, al-Mustašfā fī Ilm il-Usūl, S.373]

 

Šaykh al-Islām Muwaffaq ud-Dīn ibn Qudāma al-Hanbalī [rahimahullāh gest. 620 n.H.] stützt sich auf al-Ghazālī in seinem „ar-Rawdah“ und schreibt:

أما التقليد في الفروع فهو جائز إجماعا فكانت الحجة فيه الإجماع ولأن المجتهد في الفروع إما مصيب وإما مخطىء مثاب غير مأثوم…وذهب بعض القدرية إلى أن العامة يلزمهم النظر في الدليل في الفروع أيضا وهو باطل بإجماع الصحابة فإنهم كانوا يفتون العامة ولا يأمرونهم بنيل درجة الاجتهاد وذلك معلوم بالضرورة والتواتر من علمائهم وعوامهم ولأن الإجماع منعقد على تكليف العامي الأحكام وتكليفه رتبة الاجتهاد يؤدي إلى انقطاع الحرث والنسل وتعطيل الحرف والصنائع فيؤدي إلى خراب الدنيا

„Was den Taqlīd [das Befolgen] in dem Furū [Rechtswissenschaft] angeht, so ist dies erlaubt wegen dem Konsens, denn der Beweis dafür ist der vorhandene Konsens. Dies ist, weil der Mujtahid, sei es ob er im Furū richtig liegt, oder falsch liegt, belohnt wird ohne zu sündigen….
Einige Qadarīya kamen hervor, die sagten, dass es für den Laien verpflichtend ist auch im Furū dem Beweis zu folgen.“ [Ibn Qudāma sagt:] Dies ist falsch! Und dies nach dem Konsens der Gefährten, denn sie gaben den Menschen Fatwās und befehligten sie nicht, dass sie die Stufe des Ijithāds erreichen müssen. Und dies ist eine Sache, die zum [klaren] Wissen gehört was per Notwendigkeit ist und es ist tawātur [vielfach] überliefert von ihren Gelehrten und ihren Laien, dies weil der Konsens konstant war, dass der Laie Schwierigkeiten haben wird mit der Rechtswissenschaft. Seine Schwierigkeiten die Stufe des Ijtihāds zu erreichen wird jenseits der Vernunft sein, und es wird ihn absolut von der Arbeit [am [täglichen Leben] und der Nachkommenschaft abhalten. Es wird [außerdem] dem Handel und dem Handwerk [bzw. der Arbeitswelt] schaden, was dann zu der Zerstörung unserer [muslimischen Welt] führt.“

[Ibn Qudāma, ar-Rawdah, Band 1, Seite 383]

Imām Šams ud-Dīn Safārīnī [rahimahullāh gest. 1188 n.H.] stützt sich auf Ibn Qudāma und ergänzt folgendes:

قال الإمام موفق الدين في الروضة: وأما التقليد في الفروع فهو جائز إجماعا، قال: وذهب بعض القدرية إلى أن العامة يلزمهم النظر في الدليل، واستدل لجواز التقليد بقوله تعالى: (فاسألوا أهل الذكر إن كنتم لا تعلمون)… وأيضا الإجماع فإن العوام يقلدون العلماء من غير إبداء مستند من غير نكير، وأيضا عدم القول بذلك يؤدي إلى خراب الدنيا بترك المعاش والصنائع… قال الإمام مالك: يجب على العوام تقليد المجتهدين في الأحكام، كما يجب على المجتهدين الاجتهاد في أعيان الأدلة، خلافا للمعتزلة البغدادية فإنهم وافقوا القدرية في إيجابهم على العوام الاجتهاد

„Imām Muwaffaq ud-Dīn sagte in ar-Rawdah: „Was jedoch das Befolgen in dem Furū angeht, so ist dies erlaubt per Konsens.“ Er sagte: „Es kamen einige Mu’tazila, welche sagten: „die Laie ist verpflichtet auf die Beweise zu schauen.“ Und er [Ibn Qudāma] stützte sich bei der Erlaubnis für den Taqlīd auf Seine, des Erhabenen, Aussage: „Und fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr nicht wisst.“….
Und auch herrscht Konsens darüber, dass die Laien Taqlīd bei den Gelehrten machten ohne das sie [ihre Gelehrten] den Beweis lieferten und sie wurden nicht dafür getadelt.
Ohne diese Meinung [das es erlaubt ist Taqlīd zu machen] wird es zu dem Zerfall unseres weltlichen Lebens führen, der Vernachlässigung des Lebensunterhaltes und des Handels…
Imām Mālikī [rahimahullāh] sagte: „Taqlīd [das Befolgen] des Mujtahids ist verpflichtend über den Laien in den Rechtsthemen so wie es verpflichtend ist für den Mujtahid, dass er Ijithad macht entsprechend den Beweisen.“ [as-Safārīnī sagt:] Die Mu’tazila Bagdads waren dagegen, dies weil sie mit den Qadarīya übereinstimmten das die Laie ebenso verpflichtet ist, selbstständig Urteile [aus Qur’ān und Sunnah] abzuleiten.“

[as-Safārīnī, lawāmī al-Anwār al-Bahīyah, Band 2, Seite 465]

 

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