September 26, 2017

Imam ul-Mutakallimin Abu Mansur al-Maturidi über unehelichen Geschlechtsverkehr (Zina)

Imām ul-Mutakallimīn, Šaykh ul-Imām, al-Allāmah ‚Abū Mansūr al-Māturīdī [rahimahullāh gest. 333 n.H.] über unehelichen Geschlechtsverkehr.

Warum ist nach dem gesunden Verstand und Natur das Begehen von Sex übel? Imām al-Maturīdī sagte in seinem Buch „Ta’wilātul Ahli’s-Sunnāh“ diesbezüglich folgendes:

والدليل أنه قبيح في الطبع والعقل جميعًا ما ينفر عنه طبع كل مسلم وينفر عنه كل عقل سليم.فَإِنْ قِيلَ: لو كان ينفر عنه لكان لا يرتكبه ولا يأتيه . قيل: ينفر عنه إلا أن الشهوة التي مكنت فيه وركبت تغلبه وتمنعه عن النفار عنه؛ ألا ترى أنه لو تفكر مثله في المتصلات به من الأم والابنة وجميع المحارم، لم يحتمل قلبه ذلك وبمثله روي عن رسول اللَّه – صَلَّى اللَّهُ عَلَيهِ وَسَلَّمَ – أن رجلا أتاه فقال له: ائذن لي في الزنا؛ فقال: “ أرأيت لو فُعِل بابنتكَ وأمكَ مثلهُ: أكنت تكرهُ؟ فقال: نعم؛ فقال له: اكْرَهْ لِغَيرِكَ ما تكرهُ لنفسك „: دل ذلك أنه قبيح في الطبع والعقل جميعًا إلا أن الشهوة تمنعه عن النفار عنه

„Der Beweis, dass Unzucht, nach der Natur und dem allgemeinen Menschenverstand allesamt übel ist, ist die Tatsache, dass die Natur jedes Muslims und jedes Menschen mit gesundem Menschenverstand, sich davor hütet.

Wenn gesagt wird: „Wenn er sich davor wirklich gehütet hätte, hätte er nicht gesündigt und es nicht getan.“

Wir antworten dieser Sache wie folgt : „Er wollte sich eigentlich davor hüten, jedoch hat die Lust, welche in ihm aufgelegt wurde, ihn überwältigt und besiegt, und ihn vor dem Zurückhalten vor Unzucht abgehalten. Siehst du nicht, dass wenn er das Gleiche für seine Verwandten, wie die Mutter, Tochter und alle anderen Mahārim vorstellt, eträgt diess sein Herz nicht.“

Das Gleiche wurde vom Gesandten Allāhs ﷺ überliefert, dass ein Mann zu ihm kam und sagte: „Gebe mir die Erlaubnis für die Unzucht!“ Er ﷺ sagte : „Was denkst du, wenn das Gleiche mit deiner Tochter und Mutter gemacht wurde, hättest du es verpönt?“ Er sagte: „Ja.“ Der Gesandte Allahs ﷺ sagte daraufhin: „Verpöne, was du für dich selbst verpönst, auch für andere.“ [Er hat es sinngemäß überliefert, weiter unten bringen wir den kompletten Hadīth
إن شاء الله تعالى] Dies weist daraufhin, dass die Unzucht, nach der Natur und Menschenverstand gemeinsam übel ist, außer das die Lust ihn zur Unzucht nötigt.“

[al-Māturīdī, Ta’wilāt Ahli’s-Sunnah, 3/431]

*Maharim [محارم]: Mehrzahl von Mahram [محرم]. Es wird für die Frauen benutzt deren Heirat für einen Mann verboten ist, wie Mutter, Tochter oder Schwester. Es wird auch für die Ehefrau des Mannes benutzt oder umgekehrt.

Nun zum Hadīth in kompletter Variante

Ein Jugendlicher kam zum Gesandten Allāhs ﷺ und wollte eine Erlaubnis für das Begehen von Unzucht. Der Gesandte Allāhs ﷺ zeigte seine Barmherzigkeit und lehrte seiner Ummah wie man ein Mensch zu erziehen hat. Abū Umamah [radī Allāhu anhu] sagte:

عَنْ أَبِي أُمَامَةَ قَالَ: إِنَّ فَتًى شَابًّا أَتَى النَّبِيَّ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ فَقَالَ: يَا رَسُولَ اللهِ، ائْذَنْ لِي بِالزِّنَا، فَأَقْبَلَ الْقَوْمُ عَلَيْهِ فَزَجَرُوهُ وَقَالُوا: مَهْ. مَهْ. فَقَالَ: “ ادْنُهْ، فَدَنَا مِنْهُ قَرِيبًا „. قَالَ: فَجَلَسَ قَالَ: “ أَتُحِبُّهُ لِأُمِّكَ؟ “ قَالَ: لَا. وَاللهِ جَعَلَنِي اللهُ فِدَاءَكَ. قَالَ: “ وَلَا النَّاسُ يُحِبُّونَهُ لِأُمَّهَاتِهِمْ „. قَالَ: “ أَفَتُحِبُّهُ لِابْنَتِكَ؟ “ قَالَ: لَا. وَاللهِ يَا رَسُولَ اللهِ جَعَلَنِي اللهُ فِدَاءَكَ قَالَ: “ وَلَا النَّاسُ يُحِبُّونَهُ لِبَنَاتِهِمْ „. قَالَ: “ أَفَتُحِبُّهُ لِأُخْتِكَ؟ “ قَالَ: لَا. وَاللهِ جَعَلَنِي اللهُ فِدَاءَكَ. قَالَ: “ وَلَا النَّاسُ يُحِبُّونَهُ لِأَخَوَاتِهِمْ „. قَالَ: “ أَفَتُحِبُّهُ لِعَمَّتِكَ؟ “ قَالَ: لَا. وَاللهِ جَعَلَنِي اللهُ فِدَاءَكَ. قَالَ: “ وَلَا النَّاسُ يُحِبُّونَهُ لِعَمَّاتِهِمْ „. قَالَ: “ أَفَتُحِبُّهُ لِخَالَتِكَ؟ “ قَالَ: لَا. وَاللهِ جَعَلَنِي اللهُ فِدَاءَكَ. قَالَ: “ وَلَا النَّاسُ يُحِبُّونَهُ لِخَالَاتِهِمْ „. قَالَ: فَوَضَعَ يَدَهُ عَلَيْهِ وَقَالَ: “ اللهُمَّ اغْفِرْ ذَنْبَهُ وَطَهِّرْ قَلْبَهُ، وَحَصِّنْ فَرْجَهُ “ قَالَ : فَلَمْ يَكُنْ بَعْدُ ذَلِكَ الْفَتَى يَلْتَفِتُ إِلَى شَيْءٍ

„Wahrlich ein Jugendlicher kam zum Gesandten Allāhs ﷺ und sagte: „O Gesandte Allāhs, gebe mir die Erlaubnis für Unzucht [az-Zina].“ Die Menschen gingen auf ihn los und tadelten ihm und sagten: „Sei ruhig, sei ruhig!“ Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Komm näher!“ So kam er näher und setze sich [vor ihm] hin. Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Würdest du es [die Unzucht] für deine Mutter wünschen?“ Er sagte: „Nein, Bei Allāh! Oh Gesandte Allāhs möge Allah mich für dich Opfern.“

Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Und die [anderen] Menschen wünschen sowas für ihre Müttern [genauso] nicht.“ [dann] sagte er ﷺ : „Würdest du es für deine Tochter wünschen?“ Er sagte: „Nein, bei Allāh! Möge Allah mich für dich Opfern.“ Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Und die Menschen wünschen sowas [genauso] für ihre Töchtern nicht [wie du es nicht willst für deine].“

Er ﷺ sagte dann: „Würdest du es für deine Schwester wünschen?“ Er sagte: „Nein, bei Allāh! Möge Allāh mich für dich Opfern.“ Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Und die Menschen wünschen sowas für ihre Schwestern [genauso] nicht.“ Er ﷺ sagte dann: „Würdest du es für deine Tante wünschen?“ Er sagte: „Nein bei Allāh! Möge Allāh mich für dich Opfern.“ Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Und die Menschen wünschen sowas für ihre Tanten [ebenso] nicht.“ Dann legte der Gesandte Allāhs ﷺ seine Hand auf ihm und sagte: „Oh Allāh, vergebe ihm seine Sünden, reinige sein Herz und hüte sein Geschlechtsteil.“ Er [Abu Umamah] sagte: “ Es kam danach nie wieder vor, dass der Jugendliche sich danach zu etwas [was mit Unzucht in Verbindung stand] wendete.“

[Ahmad, Musnad, Nr. 22211; at-Tabarānī, Mu’jam al-Kabīr, al-Bayhaqī, Šu’ab ul-Imān, Nr. 7679; Nr. 5032]

Imām Nūr ud-Dīn al-Haythamī [rahimahullāh] sagte:

رَوَاهُ أَحْمَدُ وَالطَّبَرَانِيُّ فِي الْكَبِيرِ، وَرِجَالُهُ رِجَالُ الصَّحِيحِ

„Überliefert von Ahmad und at-Tabarani in al-Kabir und die Überlieferer sind Überlieferer von as-Sahīh.“

[al-Majma‘ az-Zawā’id, 1/129]

Šaykh Šu’ayb al-Arna’ūt [rahimahullāh] stufte es auch als authentisch:

إسناده صحيح

„Seine Überlieferungskette ist authentisch.“

[Šu’ayb al-Arna’ūt, Musnad Imam Ahmad [Tahqīq], 36/545]

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