September 26, 2017

Der verweilende Schmerz der Sünden

Während des Kalifats von Umar bin al-Khattab war Sa’eed bin ’Amir der Gouverneur von Hims, einer Stadt in ash-Sham. Als Umar die Stadt Hims besuchte um zu sehen wie die Dinge dort liefen, traf ihn eine Gruppe von Menschen, die sich bei ihm über Sa’eed beklagten.

Sie kritisierten an ihm vier Dinge. Erstens sagten sie, dass er nicht zu ihnen herauskommt bis nicht die Hälfte des Morgens verstrichen ist. Zweitens, würde er wenn man nachts nach ihm ruft, nicht antworten.
Drittens, würde er ein Mal im Monat von den Leuten fernbleiben.
Und Viertens, würde Sa’eed hin und wieder in Ohnmacht fallen und ohne Grund das Bewusstsein verlieren.

Der Führer der Gläubigen bat Sa’eed zu den Beschwerden Stellung zu nehmen.

Was die erste Beschwerde betrifft, sagte Sa’eed, dass er keinen Diener hat und dass er jeden Morgen sein Weizen selbst zermahlen muss um Brot zu machen. Sobald er das Brotbacken beendet, würde er rausgehen um den Menschen zu dienen.

Was das Nicht-Beantworten der Rufe während der Nacht betraf sagte er, dass er seine Tage den Menschen widmet um ihnen zu dienen und die Nacht widmet er der Anbetung Allahs.

In Bezug auf das Fernbleiben von den Leuten ein Mal im Monat erklärte er, dass er nur ein Kleidungsstück hätte und dieses einmal im Monat waschen muss. Woraufhin er dann wartete bis es trocken sei.

Und für die häufigen Ohnmachtsanfälle gab Sa’eed folgende Erklärung:

„Als ich noch ein Mushrik (Polytheist) war, wurde ich Zeuge der brutalen Hinrichtung von Habib al-Ansaari in Makkah. Ich sah wie die Quraish sein Fleisch Stück für Stück schnitten. Sie sagten zu Habib, „Würdest du jetzt wollen, dass Muhammad deinen Platz einnimmt?“
Er sagte, „Wallahi, ich würde nicht wollen, dass ich selbst, meine Familie und meine Kinder sicher sind, wenn Muhammad auch nur von einem Dorn gestochen werden sollte.“

Jedes Mal wenn ich mich an diesen Tag erinnere, und wie ich es unterlassen habe Habib zu helfen, weil ich ein Mushrik war und an Allah den Allmächtigen nicht glaubte, beginne ich zu denken, dass Allah, der Besitzer der Macht und Herrschaft, mir nie verzeihen wird.
So kommt es, dass ich in Ohnmacht falle ya Amir ul-Mu’minin (O Führer der Gläubigen).“

Übersetzung aus: Stories of Repentance von Muhammad Abduh Mughawiri

Quelle schams.wordpress.com

Bildquelle https://pixabay.com/de/afrika-namibia-landschaft-1170036/

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