August 21, 2017

Imām Imād ud-Dīn Ibn Kathīr und die Frage „Können verstorbene Šuhadā sprechen?“

 

Können verstorbene Šuhadā sprechen?

Imām Imād ud-Dīn Ibn Kathīr [rahimahullāh] überliefert mit einem authentischen Sanad von Ja’far ibn Muhammad as-Sā’igh, dass er sagte:

وقال جعفر بن محمد الصائغ: بصرت عيناي وإلا فقئتا وسمعت أذناي وإلا فصمتا أحمد بن نصر الخزاعي حين ضربت عنقه يقول رأسه: لا إله إلا الله.

„Ich habe mit meinen Augen gesehen und wenn nicht mögen sie abfallen, und ich hörte mit meinen Ohren und wenn nicht mögen sie es ebenfalls, dass der abgeschlagene Kopf von Ahmad ibn Nassr al-Khuzā’ī sprach: „Es gibt keinen Gott außer Allāh.“

وقد سمعه بعض الناس وهو مصلوب على الجذع ورأسه يقرأ

„Und manche Menschen hörten wie der [abgetrennte] Kopf am Kreuz hängend folgendes rezitierte:

أَحَسِبَ النَّاسُ أَن يُتْرَكُوا أَن يَقُولُوا آمَنَّا وَهُمْ لَا يُفْتَنُونَ

„Meinen die Menschen, sie würden in Ruhe gelassen werden, wenn sie bloß sagten: „Wir glauben“, und meinen sie, sie würden nicht auf die Probe gestellt?“ [29:2]

[Ibn Kathīr, al-Bidāya wa an-Nihāya, 10:305, Kapitel: Ahmad ibn Nasr]

Dhahabī über Ahmad ibn Nassr al-Khuzā’ī: الإمام الكبير الشهيد أبو عبد الله أحمد بن نصر بن مالك بن الهيثم الخزاعي المروزي ثم البغدادي. كان جده أحد نقباء الدولة العباسية وكان أحمد أماراً „Der große Imām, der Šahīd, Abū Abdillāh Ahmad ibn Nassr ibn Mālik ibn al-Haytham al-Khuzā’ī, aus Baghdād. Sein Großvater war im Dienste der Abassiden….“ [Dhahabī, Siyar a’lam an-Nubalā]

Zitat von Idris Nabezada: Was viele nicht verstehen, dass diese Sachen absolute Ausnahmen sind, und es etwas außerhalb der physikalischen Gesetze ist. Und Allāh ist doch der Schöpfer aller Gesetze und der Schöpfer und Allmächtige hält zurück und lässt geschehen was Er [jalla‘ jalālahu] erlaubt. Man soll wissen, dass Tote niemals sprechen können, AUßER Allāh erlaubt es !

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1 Comment

  1. Abdullah F. Bubenheim

    Die Frage ist nicht, ob Allah das erlaubt – Seine Erlaubnis muss ja grundsätzlich vorausgesetzt werden – sondern wie es geschieht. Allah hat für diese Welt, in der wir leben, Naturgesetze geschaffen, nach denen in ihr alles abläuft. Ein noch so geringfügiges Außerkraftsetzen auch nur eines dieser Gesetze würde die ganze Welt in Chaos und Vernichtung stürzen. Da Allah diese Gesetze so gewollt hat, bedeutet es nicht Seine Ohnmacht, wenn Er sie – aus genanntem Grund – nicht außer Kraft setzen „kann“, da dies so Seinem Willen entspricht.
    Daher bin ich der Meinung, dass alle Wunder und für uns gesehen außergewöhnlichen Dinge im Rahmen der Naturgesetze ablaufen, dass sie uns, bzw. den Menschen früherer Zeiten, als Wunder erscheinen, da wir oder sie die Gesetzmäßigkeiten, in deren Rahmen sie geschehen, nicht vollständig oder gar nicht kennen oder kannten. Hinzu kommt bei den meisten Wundern der Propheten die zeitliche Übereinstimmung, d. h., sie geschahen gerade zu dem Zeitpunkt, als sie gebraucht wurden. Da Allah die Gesetze der Zeit geschaffen hat und selbst außerhalb davon steht und vorher weiß, was geschehen wird, kann Er die naturgesetzmäßigen Ursachen für diese Wunder genau „vorausplanen“ und dann eintreten lassen, während die in ihrem Zeitkäfig gefangenen Menschen sich darüber „wundern“. Auch heute noch sind uns sehr viele – wenn nicht die meisten – Gesetzmäßigkeiten in dieser Welt nicht oder nur unzureichend bekannt, insbesondere solche, die für weder mit unseren Sinnen noch von uns geschaffenen Messinstrumenten erfassbaren Kräfte gültig sind. So wissen wir bspw., dass es Telepathie gibt, und dass einige Menschen die Fähigkeit haben, ihre Gedanken auch über große Entfernungen hin auf andere Personen zu übertragen, aber wir haben keine wissenschaftliche Erklärung dafür, kennen die hierbei gültigen Gesetzmäßigkeiten nicht.
    In diesen Bereich fallen auch Erscheinungen wie die in obigem Beitrag genannten. Bei den meisten von ihnen mag es sich vielleicht um Autosuggestion handeln. Wir hören und sehen ja nicht allein dadurch, dass Schallwellen in unsere Ohren gelangen und Lichtwellen auf unsere Netzhaut fallen, sondern die dadurch erzeugten Sinneswahrnehmungen werden zum Gehirn weitergeleitet, wo sie verarbeitet und dann erst für uns zu Tönen oder Bildern werden. Es ist nachgewiesen, dass man unter Einfluss bestimmter Faktoren – wie bspw. Drogen – Dinge hören und sehen kann, die in Wirklichkeit so gar nicht da sind oder nicht geschehen. Außer Drogen kann es auch noch andere beeinflussende Faktoren geben, wie z. B. starke psychische Erregung. Dann könnte es tatsächlich so sein, dass die genannten Personen unter diesem Einfluss die soeben getöteten Personen sprechen „hörten“, auch wenn diese – hätte man Tonaufzeichnungsgeräte eingeschaltet gehabt – keinen Laut von sich gegeben haben. Jene Personen empfanden die gesprochenen Worte der Toten jedoch als Realität, an der sie nicht zweifelten.
    Es wird von einigen berichtet, dass die mit der Guillotine abgetrennten Köpfe einiger der während der Französischen Revolution hingerichteten Personen unmittelbar nach ihrer Abtrennung vom Leib noch Bewegungen mit den Lippen machten, als ob sie sprechen wollten. Ob das wirklich so war oder nur Einbildung, mag dahingestellt sein. Tatsächlich konnten sie in diesem Zustand jedoch nicht mehr sprechen, da hierzu mit der Lunge Luft durch den Sprechapparat gedrückt werden muss, was jedoch nicht mehr möglich ist, wenn der Kopf vom Rest des Körpers abgetrennt ist. Demnach können die abgetrennten Köpfe der im obigen Beitrag genannten Personen nicht – entgegen der uns bekannten Naturgesetze – mit Messgeräten nachweisbare Worte gesprochen haben. Zur Erklärung dieser Erscheinung bleibt also nur Autosuggestion, hervorgerufen durch emotionale Erregung bei hierfür empfindsamen Menschen. Doch Allah weiß es am besten.

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