September 26, 2017

Imam Schafii und die ach so bösen Sufis

Der Imām, der Walī Allāhs Muhammad ibn Idrīs asch-Schafi’ī [rahimahullāh gest. 204 n.H.] schreibt in seinem Diwān:

فقيهاً و صوفيًّا فكن ليس واحداً، فإنى – وحَقِّ الله – إياك أنصَحُ

„Sei ein Faqīh und ein Sūfī*, doch sei nicht nur einer von beiden. Wahrlich, bei Allāh, ich rate es dir aufrichtig.“

[aš-Šafi’ī, al-Diwān, S. 46, Kapitel: Faqīh und Sūfī, Druckversion: Dār al-Fikr]

 

Imām Šams ud-Dīn Ibn al-Qayyim [rahimahullāh gest. 751 n.H.] überliefert:

قَالَ الشَّافِعِيُّ – رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ – : صَحِبْتُ الصُّوفِيَّةَ . فَمَا انْتَفَعْتُ مِنْهُمْ إِلَّا بِكَلِمَتَيْن، سَمِعْتُهُمْ يَقُولُونَ : الْوَقْتُ سَيْفٌ . فَإِنْ قَطَعْتَهُ وَإِلَّا قَطَعَكَ . وَنَفْسُكَ إِنْ لَمْ تَشْغَلْهَا بِالْحَقِّ ، وَإِلَّا شَغَلَتْكَ بِالْبَاطِلِ

„asch-Schāfi’ī, Allāh möge wohlzufrieden mit ihm sein, sagte: „Ich begleitete DIE SŪFĪS. Und ich entnahm von ihnen zwei Aussagen. Ich hörte sie sagen: „Die Zeit ist ein Schwert. Wenn du sie schneidest, dann schneidest du sie und wenn nicht dann wir es dich schneiden. [und] Beschäftige deine Triebseele mit nichts anderem als der Wahrheit, wenn du dies nicht tust, wird sie dich mit der Lüge beschäftigen.“

قُلْتُ : يَا لَهُمَا مِنْ كَلِمَتَيْنِ ، مَا أَنْفَعَهُمَا وَأَجْمَعَهُمَا ، وَأَدَلَّهُمَا عَلَى عُلُوِّ هِمَّةِ قَائِلِهِمَا ، وَيَقَظَتِهِ . وَيَكْفِي فِي هَذَا ثَنَاءُ الشَّافِعِيِّ عَلَى طَائِفَةِ هَذَا قَدْرَ كَلِمَاتِهِمْ

Ich [Ibn al-Qayyim] sage: „Was für zwei vorzügliche Aussagen. Was für nützliche und aufbauende Worte, was beweist das sie einen hohen Wert und Größe besitzen und dies mit diesen zwei Sätzen. Das Imām Šāfi’ī in dieser Sache diese Leute verehrt, zeigt sich in seiner Wertschätzung dieser Aussagen, was für uns ausreichend ist.“

[Ibn al-Qayyim, Madārij as-Sālikīn, Band 3, Seite 124-125, Druckversion: Dār ul-Kitāb il-Arabī, Jahr: 1416/1996]

 

*Hiermit sind die Sūfīs gemeint, die dem Weg von Qur’ān und Sunnah folgen, nach dem Verständnis der Salaf und der Jamā’a der Gelehrten und nicht jenen, die sich fälschlicherweise dem Tasawwuf zuschreiben, jedoch nichts mit ihnen gemeinsam haben.

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